Super League

Statt Bundeshilfe: FCSG verzichtet auf Teil des Lohns

17. Februar 2021, 12:01 Uhr
Matthias Hüppi äusserte sich zum Lohnverzicht des gesamten Teams. (Archivbild)
© Keystone
Der FC St.Gallen hat sich gegen die A-fonds-perdu-Beiträge des Bundes, die an Bedingungen geknüpft sind, entschieden. Freiwillig verzichtet das Team auf einen Teil des Lohns. Wie viel damit eingespart werden kann, ist unklar.

Schweizer Sportclubs konnten bis Ende Januar Anträge für die Unterstützungsgelder, die A-fonds-perdu-Beiträge, beim Bundesamt für Sport (BASPO) einreichen. Auch der FC St.Gallen hätte die Chance gehabt, mit einer ersten Tranche von zwei Millionen Franken unterstützt zu werden. Doch ein Gesuch der Espen ging beim BASPO nie ein. Der FC St.Gallen geht einen anderen Weg: Das Team verzichtet, bis das Stadion wieder öffnen kann, auf einen Teil des Lohns.

Angst um Wettbewerbsfähigkeit

«Ich finde es nach wie vor hocherfreulich, dass die Politik dem Profisport diese Unterstützung anbietet», sagt Matthias Hüppi im Interview zum «St.Galler Tagblatt». Der Präsident verstehe auch, dass diese Gelder an Bedingungen geknüpft seien und er sei mit den Auflagen auch einverstanden. «Die Bedingungen haben Auswirkungen auf die strategische und unternehmerische Freiheit des Klubs», so Hüppi. Die Verordnung würde einem «mittelständischen» Verein, wie der FC St.Gallen, nicht entgegenkommen, begründet er den FCSG-Entscheid.

«Wir wollten von Beginn weg einen anderen Weg finden, den St.Galler Weg.» Das Team sei immer klar und transparent über die Schritte informiert worden. Anfangs wurde beispielsweise geplant, dass die Lohnreduktion erst ab einer gewissen Lohnstufe greife. Das Lohnniveau des Klubs würde bereits jetzt 30 Prozent unter dem Durchschnitt aller Klubs der Super League liegen. Eine Lohnsenkung durch die Unterstützungsgelder hätte die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Nun verzichten alle freiwillig, auch Peter Zeidler und Alain Sutter. «Angesichts der latenten Unsicherheit behalten wir uns jedenfalls vor, in einer zweiten Tranche Ende März die Gelder zu beantragen, sollte sich die Corona-Situation nicht verbessern.»

Weitere Gelder von Stadt, Kanton und Bund

Unterstützende finanzielle Mittel bekommt der FC St.Gallen ausserdem vom Kanton und der Stadt St.Gallen. Mit rund 150'000 Franken werden dem Verein die Kosten für den Strom abgenommen. Zudem hat der Verein einen Bundeskredit von 4,5 Millionen Franken für die erste Jahreshälfte beantragt, sollten auch in der Saison 2021/2022 keine Zuschauer in die Stadions dürfen.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. Februar 2021 06:15
aktualisiert: 17. Februar 2021 12:01