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FCSG im Cupfinal

Von Euphorie und Druck – Akteure von 1998 blicken zurück auf den Cupfinal

7. Mai 2021, 08:03 Uhr
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: FM1Today

Endlich zurück im Cupfinal! Wir schauen mit einigen Beteiligten vom Spiel 1998 zurück und wollen auch von ihnen wissen, wie die Chancen am Pfingstmontag stehen. Der damalige Abwehrchef Marco Zwyssig sagt: «Ein Final ist zum Gewinnen da.»

23 Jahre mussten die Fans des FC St.Gallen darauf warten, zurück im Cupfinal zu sein. Gestern dann die Erlösung: Bern wir kommen! Aber die Erinnerungen an das Spiel 1998 wecken gemischte Gefühle. Marco Zwyssig, damals Abwehrchef der Espen, bringt es auf den Punkt: «Leider wurden alte Emotionen geweckt. Ein Cupfinal ist immer speziell, aber wenn man diesen verliert, ist es schnell nicht mehr so lustig.»

Euphorische Stimmung

Bilder vom Final 1998 zeigen ein euphorisiertes St.Gallen. Die Gassen sind voll mit grün-weissen Trikots und den berüchtigten grünen Perücken. Es sei logisch, dass eine Euphorie entsteht, wenn man in einem Final spielt.

«Schöner und nachhaltiger ist die Euphorie, wenn man gewinnt», sagt Zwyssig. Ein Finale sei schliesslich zum Gewinnen da. Trotz der Enttäuschung zieht der heutige Trainer der St.Galler Frauenmannschaft auch Positives aus dem damaligen Spiel: «Wir wussten dadurch, dass wir eine gute Mannschaft haben und wurden zwei Jahre später Schweizer Meister.» Damals sei es eine Überraschung gewesen, dass man so weit gekommen sei.

Dieser Meinung ist auch der damalige Trainer Roger Hegi: «Die Saison war durchzogen. Wir hatten finanzielle Schwierigkeiten und im Halbfinale mussten wir gegen ein starkes Sion ran.» Aktuell sei das anders, der FC St.Gallen habe über Jahre gute Arbeit geleistet und könne nun die Früchte ernten: «Seit Matthias Hüppi und Alain Sutter im Verein sind, hat sich einiges verändert. Die Fans sind wieder begeistert und stehen voll hinter der Mannschaft.» Genau dieser Spirit und diese Leidenschaft mache den FCSG speziell. «Der FC St.Gallen hat eine super Truppe zusammengestellt, die genau diese Werte auf dem Platz lebt», sagt Hegi.

Die fehlenden Fans

Klar, die Bilder von damals begeistern und wir sind stolz auf unser Team, doch das Ganze kommt mit einem Beigeschmack. Jetzt sind wir endlich da, aber dürfen nicht ins Stadion. Kein Biergeruch und freudige Umarmungen. Dies ist schade, da sind sich alle einig. Das Spiel sollte dadurch aber nicht beeinflusst werden, meint Ivan Dal Santo, auch Teil des damaligen Teams: «Die Spieler haben sich mittlerweile an die Situation gewöhnt und können damit umgehen.»

«Ich sehe den FC St.Gallen eher im Vorteil»

Für die Spieler allerdings neu ist die Situation, in einem Endspiel zu stehen. Es sei nicht einfach, in ein Final zu kommen. «Wenn man da ist, will man aber unbedingt gewinnen», sagt Dal Santo. Sein ehemaliger Teamkollege Marco Zwyssig ist einverstanden, weiss aber auch, dass ein solches Spiel Druck erzeugen kann: «Viele sind zum ersten Mal in einem Final und kennen einen solchen Druck nicht.»

Deshalb schätzt Zwyssig die Chancen für die St.Galler sehr gut ein: «So wie die beiden Mannschaften spielen, sehe ich die St.Galler eher im Vorteil.» Wir schliessen uns ihm an, oder um es wie Roger Hegi zu sagen: «Ich drücke den St.Gallern beide Daumen am Pfingstmontag.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Mai 2021 20:28
aktualisiert: 7. Mai 2021 08:03