«Wir kämpfen darum, Ajeti zu halten»

René Rödiger, 14. Dezember 2016, 15:13 Uhr
FCSG-Sportchef Christian Stübi ist zufrieden mit dem momentanen Kader der Espen.
FCSG-Sportchef Christian Stübi ist zufrieden mit dem momentanen Kader der Espen.
© Tagblatt/Urs Bucher
Der FC St.Gallen gab gestern bekannt, dass er mit den Talenten Boris Babic und Noah Basucci verlängert. Wie aber sieht die weitere Kader-Planung für die Rückrunde aus? Auf welchen Positionen sucht man Verstärkungen? Wir haben FCSG-Sportchef Christian Stübi zum Interview getroffen.
Christian Stübi, wie fällt Ihre Bilanz der Vorrunde aus?

Sie war sicher nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Immerhin konnten wir uns fangen und sind nun auf dem 6. Tabellenplatz. Das ist nach diesem Start eine gute Position.

Spielerisch konnten die St.Galler nicht immer überzeugen. Gibt es in der Winterpause Verstärkungen?

Wir sind nicht zufrieden. Wir müssen daran arbeiten, konstanter zu werden. Das steht bei uns zuoberst auf der Prioritätenliste.

Keine Neuzugänge?

Da müssen wir abwarten, was mit dem Kader passiert. Wir haben derzeit 25 Spieler. Das ist eine gute Grösse, auch mit vielen jungen Spielern. Gegen den FC Basel hatten wir zum Schluss sechs U21-Spieler und drei «Eigengewächse» auf dem Platz. Die Richtung stimmt. Ich gehe davon aus, dass wir unverändert in die Rückrunde gehen werden, sofern niemand mehr den Verein verlässt oder verlassen wird. Der einzige Neuzugang ist ja bereits bekannt: Tranquillo Barnetta.

Gab es für gewisse Spieler denn schon Anfragen?

Nicht direkt. Es gibt Spieler, die unzufrieden sind. Das ist normal und zum Teil auch gut so. Wenn jemand nicht unzufrieden ist, ist er nicht mehr hungrig. Aber konkrete Anfragen hatten wir noch keine.

Verlässt niemand den Verein, sind keine Neuzugänge geplant. Was ist aber, wenn sich die Möglichkeit bietet, mit einer Verpflichtung eine deutliche Qualitätssteigerung zu erreichen?

Wir schauen uns natürlich auf einigen Positionen um. Mit der derzeitigen Kadergrösse können wir aber unser momentan grösstes Saisonziel erreichen: Eine positive Rückrunde zu spielen.

Welche Positionen sind das?

Da kann ich nicht konkret werden. Im Fussball ist es erst definitiv, wenn der Vertrag unterschrieben ist.

Im Sommer laufen die Verträge von Alain Wiss, Andreas Wittwer, Albert Bunjaku oder Mario Mutsch aus. Gab es da schon Gespräche?

Es ist nicht unbedingt ein Nachteil, wenn die Verträge auslaufen. Das gibt bei den Spielern eine Drucksituation, bei der sie sich bewähren müssen. Wir haben schon mit einigen Spielern gesprochen, aber Entscheidungen sind noch keine gefallen.

Eine wichtige Personalie ist Albian Ajeti, der sich den Stammplatz im Sturm erkämpft hat. Sein Leihvertrag läuft im Sommer aus.

Wir hatten erst gerade zwei Gespräche mit ihm und mit seinen Beratern. Wir gehen davon aus, dass er sicher bis Sommer bleibt. Und wir kämpfen darum, dass wir ihn länger halten können.

Hat man da gegen Augsburg als «kleines» St.Gallen überhaupt eine Chance?

Ajeti fühlt sich hier wohl und hat sich gut entwickelt. Das ist das Wichtigste. Ebenso ist klar, dass er noch nicht fertig entwickelt ist, er ist schliesslich erst 19 Jahre alt.

Was ist mit Gianluca Gaudino? Auch sein Leihvertrag läuft im Sommer aus.

Er hatte eine schwierige Phase, war oft verletzt oder nicht 100 Prozent fit. Wir müssen jetzt schauen, wie er sich entwickelt und wie er sich dabei fühlt.

Wechselgerüchte gab es auch um den Trainer Joe Zinnbauer. Der FCSG hat betont, dass es keine Anfrage vom KSC gibt. Hat sich da etwas verändert?

Nein. Es gab keine Anfrage und ich gehe davon aus, dass auch nichts mehr kommt.

Also nichts als Gerüchte?

Ja.

Zum Schluss: Die Spieler sind im Moment in den Ferien. Wann verreisen sie?

Ich habe keine Ferien. Für den FCSG ist es wichtig, dass wir eine Mannschaft haben, die am 5. Januar fit und bereit für die Rückrunde ist. Das zu bewerkstelligen, ist Teil meiner Aufgabe.

René Rödiger
Quelle: cas/rr
veröffentlicht: 14. Dezember 2016 11:40
aktualisiert: 14. Dezember 2016 15:13