FC St.Gallen

Zeidler: «Die Spieler wollen nur trainieren, spielen, essen und schlafen»

Lara Abderhalden, 9. Juli 2020, 06:24 Uhr
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Quelle: tvo

Als «Schweizer Reisli» beschreibt FCSG-Trainer Peter Zeidler die kommenden zwei Auswärtsspiele in Lugano und Genf. Eine Reise einer Mannschaft, die gerade so viel Freude am Fussballspielen hat, dass Peter Zeidler seine Spieler des Öfteren bremsen muss.

Eine zur Faust geballte Hand, den Jubelschrei zwischen den Lippen und diesen «Hast-du-das-gesehen»-Blick in den Augen – der FC St.Gallen trifft die Tore, gewinnt und begeistert weiter die Fans.

Obwohl unter den letzten Spielen auch Zitterpartien waren, ist FCSG-Trainer Peter Zeidler überzeugt, dass die Mannschaft mittlerweile zu einer Einheit zusammengewachsen ist: «Jeder Spieler, ob auf dem Platz, der Bank oder verletzt, will Teil des Ganzen sein und dafür am liebsten drei Mal am Tag trainieren.» Zeidler spüre derzeit einen grossen Mannschaftszusammenhalt: «Die Spieler wollen eine besondere Mannschaft bleiben.»

«Sie erinnern an Kinder auf der Strasse»

Diese Freude am Spiel zeige sich regelmässig in den Trainings: «Ich muss jeweils sagen: ‹So Jungs, Ende jetzt›, und das mehrmals. Es erinnert mich an früher, als man draussen auf der Strasse spielen war und die Mutter oder der Vater sechsmal rufen mussten, man solle endlich rein kommen, weil es etwas zu essen gibt. Da hat man gespielt, bis die Sonne unterging.»

Immer wieder würden die Spieler nach dem Training auf dem Platz bleiben und weitere Schussübungen machen. «Die Spieler haben Freude, das ist schon mal gut. Ich glaube, die machen derzeit nichts anderes als trainieren, spielen, essen und schlafen.» Sie seien mental andauernd im Spielmodus und merken, dass es sich lohnt, Kraft zu investieren: «Sie wollen Besonderes erleben und weiter gute Spiele machen.»

Reise durch Tessin und Westschweiz

So auch am Donnerstag und Sonntag bei den Auswärtspielen in Lugano und Genf. Aktuell fokussiere sich die Mannschaft auf das Spiel gegen Lugano am Donnerstagabend: «Wir haben die Mannschaft studiert und wir möchten unser Spiel durchbringen. Ich traue uns das zu», sagt Peter Zeidler. Lugano werde aggressiv und strukturiert auftreten: «Es ist eine Top-Leistung nötig, damit wir etwas Zählbares mitnehmen.»

Da die Spiele nahe aufeinander folgen, verzichtet die Mannschaft zwischen den Spielen auf eine Rückreise in die Ostschweiz und wird die Regeneration in Saillon, im Wallis, machen. «Wir haben einige Spieler, die erst am Freitag anreisen werden, darunter Jérémy Guillemenot, der für das Spiel gegen Lugano gesperrt ist.» Diese Spieler würden am Donnerstag noch normal trainieren: «Bei allen anderen stehen die Regeneration im Zentrum, die mentale Vorbereitung und die Videoanalyse», ein taktisches, physisch anspruchsvolles Training auf dem Platz werde es erst ab Montag wieder geben.

«Wir sind kein Bayern München»

Dass die kommenden zwei Spiele wiederum Zitterpartien werden, kann Peter Zeidler nicht ausschliessen. Jeder Gegner müsse respektiert werden: «Wir hatten in den vergangenen drei Spielen gute Gegner, die wirklich für den Klassenerhalt kämpfen.» Die Gegner seien aber nur ein Faktor, der zu den Zitterpartien beigetragen habe: «Wir sind kein Bayern München, das jetzt mit Abstand jedes Spiel gewinnen kann, soweit sind wir noch nicht.»

Noch nicht – Meister der Herzen ist der FCSG aber bestimmt jetzt schon bei vielen Fussballfans, die draussen auf der Strasse im grün-weissen Trikot mit den Nachbarskindern kicken und jegliche Rufe ihrer Mamis oder Papis zum Abendessen ignorieren.

Im Rahmen der Medienkonferenz vom Mittwoch gab der FC St.Gallen noch eine Vertragsverlängerung bekannt. Nico Strübi hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Juli 2020 05:40
aktualisiert: 9. Juli 2020 06:24