Formel 2

Französischer Nachwuchsfahrer Hubert tödlich verunglückt

1. September 2019, 09:15 Uhr
Das Auto-Wrack des in Francorchamps tödlich verunglückten Franzosen Anthoine Hubert
Das Auto-Wrack des in Francorchamps tödlich verunglückten Franzosen Anthoine Hubert
© KEYSTONE/EPA ANP/REMKO DE WAAL
Das Formel-2-Rennen im belgischen Francorchamps wird von dem tödlichen Unfall des 22-jährigen Franzosen Anthoine Hubert überschattet.

Der tödliche Unfall des französischen Nachwuchs-Rennfahrers Anthoine Hubert beim Formel-2-Rennen in Francorchamps hat die Motorsportwelt in einen Schockzustand versetzt. Der Weltverband FIA bestätigte am Samstagabend schon kurz nach dem dramatischen Crash den Tod des 22-Jährigen. Hubert erlag seinen Verletzungen demnach um 18.35 Uhr, der schlimme Vorfall ereignete sich um 17.07 Uhr auf der Rennstrecke.

"Ich kann es nicht glauben. Ruhe in Frieden", schrieb Charles Leclerc. Der Ferrari-Fahrer hatte sich erst kurz zuvor an gleicher Stelle noch die Pole-Position für das Formel-1-Rennen erkämpft und verlor nun einen alten Weggefährten. Leclerc postete ein gemeinsames Foto aus Jugendtagen bei Instagram.

Formel-2-Neuling Hubert, der Teil des Nachwuchsprogramms bei Renault war, schlug mit seinem Wagen vom britischen Team BWT Arden nach der berüchtigten Kurve Eau Rouge in Folge eines anderen Vorfalls zunächst in die Begrenzungsmauer ein und wurde zurück auf die Strecke geschleudert. Der Amerikaner Juan Manuel Correa konnte im Hauptrennen der wichtigsten Nachwuchsserie nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhr mit voller Geschwindigkeit hinein. Während sich der 20 Jahre alte Correa überschlug und sein Fahrzeug kopfüber auf der Strecke liegenblieb, zerbrach Huberts Bolide in mehrere Teile.

Es war sofort zu erkennen, dass es sich um keinen gewöhnlichen Rennunfall handelte. Die Fernsehkameras zeigten schnell keine Bilder vom Ort des Geschehens mehr, an einen Neustart des Wettkampfs war nicht mehr zu denken. Rettungskräfte in mehreren Einsatzwagen eilten sofort herbei, um die Nachwuchspiloten zu versorgen. Viele Trümmerteile waren über den Kurs verteilt. Hubert konnte offenbar nicht geholfen werden - er starb im Medical Center noch an der Strecke und wurde nicht erst in ein Spital geflogen.

Der in Lyon geborene Hubert galt als grosser Hoffnungsträger des französischen Motorsports nach den Formel-1-erfahrenen Fahrern Pierre Gasly und Esteban Ocon. Im Vorjahr krönte sich Hubert zum Meister in der GP3. Vor seinem letzten Rennen war er der bestplatzierte Neuling in der Formel-2-Meisterschaft 2019. Er konnte die beiden Sprintrennen in Monaco und Frankreich gewinnen, lag als Rookie auf dem starken 8. Rang der Gesamtwertung.

Der Zustand des in Ecuador geborenen Correa sei hingegen zunächst stabil, hiess es von der FIA. Er wird in einem Spital im nahen Lüttich behandelt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es mehr Informationen über seine Verletzungen geben. Noch sind dazu keine Details bekannt. Weitere Fahrer waren an dem komplexen Unfall beteiligt, zunächst blieb der Grund für das Chaos jedoch unklar. Die verbleibenden und noch fahrtüchtigen Autos wurden anschliessend direkt zurück in die Boxengasse geholt.

Das für Sonntag geplante zweite Formel-2-Rennen wurde abgesagt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 31. August 2019 22:45
aktualisiert: 1. September 2019 09:15