Für die Biathletin Selina Gasparin ist das Gewehr nur Sportgerät

David Scarano, 9. November 2015, 15:17 Uhr
Die sportliche Herausforderung ist das eine: Seit einigen Monaten hat die Schweizer Biathletin Selina Gasparin zudem auch als Mutter Höchstleistungen zu erbringen (Archiv).
© /KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Biathlon-Olympia-Zweite Selina Gasparin würde nie auf etwas Lebendes schiessen - obwohl sie aus dem Jägerkanton Graubünden kommt. Das Gewehr sei nur ein Sportgerät, sagt sie. Neun Monate nach der Geburt ihrer Tochter startet sie Anfang Dezember in die neue Saison.

Dann wird sich zeigen, ob der Zugewinn an Gelassenheit, den sie nach der Geburt erfahren hat, ihre Treffsicherheit gesteigert hat. Im Training klappe es schon gut, sagte die 31-Jährige der «Coopzeitung». Aber im vollen Stadion vor laufenden Kameras sei es nicht immer einfach, die Nerven zu behalten.

Bei den rund vierzig Rennen, die Gasparin in der Saison bestreiten will, soll die im Februar geborene Leila dabei sein. Gasparin und ihr Mann, der Weltklasse-Langläufer Ilja Tschernoussow, haben eine ungarische Nanny gefunden, die den Skizirkus mitmacht.

Der Sport trennt Gasparin und Tschernoussow noch, da im Weltcup Langläufer und Biathleten nie zur selben Zeit am selben Ort sind, klagt die Bündnerin. Deshalb habe sie auch erst wenige Brocken Russisch gelernt.

Das Paar spricht Englisch zusammen, «oder wir reden gar nicht». Die Sprache ihres Gatten will sie sich aber unbedingt noch aneignen - «allein schon, um zu verhindern, dass sich mein Mann und meine Tochter in einer Geheimsprache verständigen».

David Scarano
Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. November 2015 14:49
aktualisiert: 9. November 2015 15:17