Bundesliga

Bayern München schlägt Dortmund im Spitzenduell

26. Mai 2020, 21:50 Uhr
Die Entscheidung: Roman Bürki rutscht der Lupfer von Joshua Kimmich durch die Hand
© KEYSTONE/EPA/Federico Gambarini / POOL
Bayern München kann mit dem Gewinn der achten Meisterschale in Folge planen. Im Spitzenduell der 28. Runde schlagen die Münchner Borussia Dortmund 1:0 und bauen den Vorsprung auf sieben Punkte aus.

Die Bayern benötigten eine starke Einzelaktion von Joshua Kimmich und die Mithilfe von Dortmunds Roman Bürki, um sich im Spitzenkampf in Position zu bringen. Der 25-jährige deutsche Internationale Kimmich überzeugte in der 43. Minute mit grossartiger Übersicht und feiner Technik, als er mittels Lupfer aus dem Gedränge heraus den einzigen Treffer der Partie erzielte.

Die Bayern hätten im Vorfeld des Spitzenspiels thematisiert, dass Bürki «relativ hochsteht», sagte Kimmich nach Spielschluss. Dennoch sei seine Aktion «relativ spontan» entstanden. Ohne eine missglückte Rettungsaktion des Schweizer Goalies hätte der Abschluss den Weg ins Tor allerdings nicht gefunden. Bürki brachte beim Versuch, Kimmichs Lupfer über die Latte zu lenken, nicht mehr genügend Druck hinter der Ball.

Nach Kimmichs Geniestreich ist den Bayern von Hansi Flick bei noch sechs zu absolvierenden Spielen der Meistertitel nur noch rechnerisch zu nehmen. «Ich denke, damit sind alle anderen Mannschaften raus. Wir müssen auf drei Ausrutscher in sechs Spielen hoffen», kommentierte Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels die Ausgangslage. Dortmund droht derweil neue Gefahr im Kampf um den 2. Platz. Am Mittwoch erhält RB Leipzig gegen Hertha Berlin die Möglichkeit, nach Punkten aufzuschliessen. Der BVB muss sich im Hinblick auf den Saisonschlussspurt daran aufrichten, dass er im kuriosen Spitzenkampf vor leeren Rängen über weite Strecken auf Höhe mit dem Ligakrösus agiert hat.

Kündigt Favre seinen Abgang an?

Bis auf die Aktion mit Bürki und Kimmich lieferte die Borussia ein starkes Plädoyer dafür ab, dass sie den Bayern im Vergleich zur Vorrunde tatsächlich ein gutes Stück näher gekommen ist, wie es ihr Trainer Lucien Favre vor der Partie prognostiziert hatte. Im November waren die Dortmunder beim 0:4 in München ohne jegliche Chance geblieben, diesmal hielten sie die Münchner Offensive fast ausnahmslos in Schach, ohne sich allerdings selber gute Möglichkeiten zu erspielen.

Trotz ansprechender Leistung gab dieses 0:1 in Deutschland aber auch denjenigen Schub, die Favre keinen Titel zutrauen. Darauf angesprochen sagte der Schweizer dem TV-Sender Sky: «Das sagt man hier seit Monaten. Ich lese nicht die Zeitung, aber ich weiss, wie es geht.» Zudem kündigte Favre an, sich in ein paar Wochen weiter zum Thema äussern zu wollen, womit er Gerüchte um seinen baldigen Abgang aus Dortmund anheizte.

Keine Haaland-Show, keine Lewandowski-Show

Die von vielen Experten und Fans erhoffte Gala der beiden spektakulärsten Offensivspieler der Bundesliga, Erling Haaland und Robert Lewandowski, kam über den Status des Nebenschauplatzes nicht hinaus. Routinier Lewandowski, mit bereits 27 Toren auf guten Weg zum Bundesliga-Topskorer, blieb im Duell mit seinem ehemaligen Teamkollegen Mats Hummels ebenso wirkungslos wie Youngster Haaland gegen Boateng und David Alaba.

Ihre gefährlichsten Szenen hatten die beiden Ausnahmestürmer nach der Pause. Haaland, der in der 72. Minute angeschlagen vom Feld musste, schoss den Ball in der 58. Minute an den Arm des im Strafraum liegenden Boateng, Lewandowski scheiterte in der 83. Minute am Aussenpfosten.

Telegramm und Rangliste:

Borussia Dortmund - Bayern München 0:1 (0:1). - Tor: 43. Kimmich 0:1. - Bemerkungen: Dortmund mit Bürki und Akanji, ohne Hitz (Ersatz), Reus, Schulz und Zagadou (verletzt). Bayern München ohne Thiago, Coutinho, Süle und Tolisso (alle verletzt). 83. Pfostenschuss Lewandowski.

Rangliste: 1. Bayern München 28/64 (81:28). 2. Borussia Dortmund 28/57 (74:34). 3. RB Leipzig 27/54 (68:27). 4. Bayer Leverkusen 27/53 (52:32). 5. Borussia Mönchengladbach 27/52 (53:34). 6. Wolfsburg 27/39 (36:33). 7. SC Freiburg 27/37 (35:37). 8. Schalke 04 27/37 (33:43). 9. Hoffenheim 27/36 (36:47). 10. 1. FC Köln 27/34 (43:49). 11. Hertha Berlin 27/34 (39:48). 12. Augsburg 27/30 (40:54). 13. Union Berlin 27/30 (32:47). 14. Eintracht Frankfurt 26/28 (41:49). 15. Mainz 05 27/27 (36:60). 16. Fortuna Düsseldorf 27/24 (29:52). 17. Werder Bremen 26/21 (29:59). 18. Paderborn 27/18 (31:55).

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Mai 2020 21:45
aktualisiert: 26. Mai 2020 21:50