Profisport

Dank Spucktests sollen im Profisport Hirnschütterungen erkannt werden

30. März 2021, 17:45 Uhr
Es kann schon mal grob zu und her gehen: Luganos Riccardo Werder, oben, drückt den Davoser Lorenz Kienzle zu Boden.
© KEYSTONE/Juergen Staiger
Im Profisport kommt es immer wieder vor, dass sich Spielerinnen oder Spieler eine Hirnerschütterung holen, diese nicht sofort erkannt wird und die Sportler ihren Einsatz fortsetzen. Ein neues Verfahren mit Speicheltests soll Hirnerschütterungen früher erkennen.

«Befindet sich das Gehirn noch in einer vulnerablen Phase, könnte eine weitere Hirnerschütterung zu irreparablen Hirnschäden führen.» Die Worte des Teamarztes von HC Davos Walter Kistler im SRF sind deutlich. Werden Kopfverletzungen nicht sofort erkannt, sind sie hochgefährlich.

Durch Spucktest Langzeitschäden verhindern

Im Fussball gibt es seit letztem Jahr eine Regel des IFAB, wonach Ligen den Klubs eine weitere Auswechslung bei Verdacht auf Hirnerschütterungen erlauben können. Dennoch fehlt es an Möglichkeiten, Hirnerschütterungen sofort nachzuweisen. Hier setzt ein neuer Test der Universität Birmingham an.

Nach der Auswertung eines Speicheltests sollen Hirnerschütterungen schon am Spielfeldrand erkennbar werden. Das innerhalb weniger Minuten. Durch den Spucktest der Uni können Langzeitschäden von Hirnerschütterungen, wie Demenzerkrankungen bei Spitzensportlern, gemäss den Experten verhindert werden.

Spucktest in Verbindung mit Ärztebeurteilung

Der Teamarzt des HCD Walter Kistler ist gegenüber dieser neuen Art von Tests skeptisch. Bereits Versuche mit Bluttests seien gescheitert. Es sei sehr schwierig, Hirnerschütterungen zu diagnostizieren aufgrund der Komplexität des Gehirns. Die Wissenschaft wisse noch zu wenig darüber, was im Gehirn abläuft. Sollte der Speicheltest funktionieren, müsse er immer mit einer ärtzlichen Beurteilung kombiniert werden, so Kistler.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. März 2021 18:53
aktualisiert: 30. März 2021 17:45