Torhüter-Diskussion

«Dann werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen»

25. September 2019, 10:44 Uhr
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Für Hoeness ist die Nummer 1 im Tor des DFB sowas von klar.
© Keystone
Der scheidende Bayern-Präsident Uli Honess schaltet sich immer wieder in die Torhüter-Debatte des deutschen Nationalteams ein. Jetzt droht er damit, keine Bayern-Profis für den DFB mehr spielen zu lassen, sollte nicht Manuel Neuer im Tor stehen.

Glücklich ist, wer einen Torhüter wie Manuel Neuer zwischen den Posten stehen hat. Der vierfache Welttorhüter ist einer der besten seiner Zunft, war bis zu seiner Verletzung im Jahr 2017 vielleicht sogar der Beste überhaupt.

Noch glücklicher müsste sein, wer hinter Neuer auf einen Marc-André ter Stegen bauen kann. Der ist immerhin Stammtorhüter beim FC Barcelona, ist auf der Höhe seines Schaffens und zeigt jede Woche Weltklasse-Leistungen. Sein Leistungsausweis ist mit unter anderem vier spanischen Meistertiteln und dem Gewinn der Champions League auch nicht zu verachten. 

Aber genau dieses Luxusproblem führt zu Spannungen in der Deutschen Mannschaft, die vor allem der scheidende Bayern-Präsident Uli Hoeness immer wieder befeuert. 

Boykott der deutschen Nationalmannschaft

Der Bayern-Präsident droht nun sogar damit, die deutsche Nationalmannschaft zu boykottieren, sollte Trainer Joachim Löw auf Marc-André ter Stegen setzen, anstatt auf den Bayern-Keeper Manuel Neuer. «Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen», sagt Honess gegenüber «Sportbild». 

Das betrifft zwar nicht mehr so viele Spieler wie auch schon (Jérome Boateng und Thomas Müller wurden aussortiert), aber mit Joshua Kimmich, Niklas Süle, Serge Gnabry und Leon Goretzka sind dennoch wichtige Leistungsträger der Deutschen Nationalmannschaft bei Bayern unter Vertrag. Und die dürften sich nicht unbedingt über ein Aufgebots-Verbot ihres noch-Präsidenten freuen. 

Hoeness kann's nicht lassen

Es ist nur der jüngste vieler Hoeness-Kommentare auf Kindergarten-Niveau zu diesem Thema. Nachdem sich die beiden Torhüter relativ sachlich zum Thema äusserten. Ter Stegen: «Du kannst keinen Konkurrenzkampf ausrufen und erwarten, dass Spieler, die nicht spielen, glücklich über die Situation sind.» Neuer: «Wir sollten als Mannschaft auftreten, ich weiss nicht, ob uns das hilft.»

Nachdem der Zwist für die beiden Torhüter schon beinahe erledigt schien, setzte Honess zu einer ganzen Serien von verbalen Blutgrätschen an. Er meinte, der DFB solle ter Stegen in die Ecke stellen, dieser habe gar keinen Anspruch zu spielen. Und Hoeness beklagte sich über zu wenig Unterstützung seitens Verband. Dessen Stärke sei es ohnehin, einfach in den Wald zu gehen und zu pfeifen, also nichts zu der Angelegenheit zu sagen.

Auf das hat Hoeness bis jetzt auf jeden Fall verzichtet. Für den DFB ist zu hoffen, dass die Torhüterfrage aufgrund sportlicher Kriterien gelöst und nicht weiter von wütenden Kommentaren verzerrt wird. 

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. September 2019 10:44
aktualisiert: 25. September 2019 10:44