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Nach FCSG-Spiel

«Das ist ein No-Go – Rassismus darf man nicht tolerieren»

22. August 2021, 14:27 Uhr
Chaos nach dem Spiel FCSG gegen Sion: FCSG-Fans haben offenbar nach dem Spiel den Sion-Goalie rassistisch provoziert. Das führte zu einem Tumult und einer öffentlichen Entschuldigung.
Nicolas Lüchinger beschwichtigt Sions Torhüter Timothy Fayul nach dem Spiel am Samstagabend. In dem Moment wusste er noch nicht, dass diverse Fans den Goalie rassistisch provoziert hatten.
© Keystone

Die Spieler und Trainer stehen nach dem 1:1 auf dem Rasen und ein Tumult geht los. Der Sportchef von Sion, Barthélémy Constantin, greift FCSG-Trainer Peter Zeidler tätlich an. Mehrere Sicherheitskräfte müssen die beiden Streithähne trennen. Schiedsrichter Lukas Fähndrich zeigt die rote Karte – vergeblich.

Die Situation klärt sich dann vor laufender SRF-Kamera: Torschütze Nicolas Lüchinger zeigt sich anfangs Interview noch vergnügt über den Tumult und findet: «Das Spiel war zu Ende, dann haben unsere Fans den Sion-Goalie provoziert. Aber da muss er Klasse bewahren, auch wenn sie nicht ganz fair gewesen sind. Ich habe ihm das gesagt. Und dann kam plötzlich der Rest dazu. Aber es war harmlos. Es gehört halt auch irgendwie dazu.»

Schiedsrichter Lukas Fähndrich versucht nach dem Spiel die Wogen zu glätten, er kann den Tumult aber nicht aufhalten.
© Keystone

Sion-Spieler Serey Dié klärt Lüchinger auf

Doch dann tritt Sion-Spieler Serey Dié dazu und unterbricht den St.Galler. Er erklärt, dass Espen-Fans hinter Goalie Timothy Fayulu sich rassistisch geäussert und auch Affengeräusche gemacht hätten. Serey zeigt mehrmals auf seine eigene Hautfarbe, alles vor laufender Kamera.

Lüchinger kehrt nach einer Entschuldigung um Fassung ringend zum Interview zurück und findet klare Worte: «Das ist ein absolutes No-Go. Das ist eine Frechheit. Ich war nicht dabei, aber es ist nicht das erste Mal, dass dies im Stadion passiert. Falls es so gewesen ist, ist das unterste Schublade. Rassismus darf man nicht tolerieren.»

Wenig später bestätigte auch Teamkollege Filip Stojilković die Rassismusvorwürfe.

Sion fordert Sanktionen

Rund 12'000 Fans haben das Spiel im Kybunpark verfolgt. Auch Trainer Peter Zeidler stellt sich entschieden gegen Rassimus. «Ich kann nur sagen: Wenn ein Club für den Kampf gegen Rassismus steht, dann der FC St.Gallen.»

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. August 2021 09:23
aktualisiert: 22. August 2021 14:27