Der FCZ steigt in die heisse Phase

20. September 2018, 08:21 Uhr
Der FC Zürich beim Abschlusstraining in Nikosia vor dem Auswärtsspiel gegen AEK Larnaca
Der FC Zürich beim Abschlusstraining in Nikosia vor dem Auswärtsspiel gegen AEK Larnaca
© KEYSTONE/EPA/KATIA CHRISTODOULOU
Cupsieger FC Zürich startet heute Abend auf Zypern mit dem Auswärtsspiel bei AEK Larnaca in die Europa League. Wie gut ist der FC Zürich? Steckt er die Doppelbelastung weg? Die nächsten 18 Tage mit 6 Spielen werden Antworten liefern.

Heute startet der FCZ in Nikosia gegen AEK Larnaca in die Europa League - mit Ambitionen und Fragezeichen.

Unberechenbar wollte Ludovic Magnin den FC Zürich machen. Unberechenbar ist die Mannschaft tatsächlich, allerdings nicht auf die gewünschte Art. Unwägbar sind nämlich vor allem die Leistungen. Auf lichte Momente wie den Cup-Triumph im Mai und den guten Saisonstart folgen ernüchternde wie das 0:1 in Lugano und der magere eine Treffer in den letzten vier Ligaspielen. Der Trainer, der im Februar Uli Forte ablöste und gerne zwischen Systemen rotiert, nennt es ein «ständiges Hin und Her».

Dieses Auf und Ab zieht sich wie ein Band durch die letzten Jahre. Auch unter Magnin ist es dem Klub bis hierhin nicht gelungen, sich auf gehobenem Niveau zu stabilisieren. Zurück bleiben Fragezeichen. Wie gut ist dieser FCZ, der hohe Ziele ausrief und dann im August seine zwei besten Stürmer ziehen liess? «Wir haben an Attraktivität hinzugewonnen», sagt Magnin und hebt die Mentalität, den Kampfgeist und die Disziplin seiner Schützlinge hervor. Abgesehen davon ist primär die neue Breite im Kader gut. Sie bietet Magnin ausser im Sturmzentrum eine Vielzahl an Optionen.

Das Gelingen auf dem Platz wirkt bislang aber zufällig, abhängig vor allem von der Tagesform. Augenscheinlich waren zuletzt die Defizite in gegnerischer Tornähe, die auch mit den Abgängen von Raphael Dwamena und Michael Frey zusammenhängen. Magnin selbst will die Baustellen nicht direkt ansprechen. Er räumt ein: «Die letzten 30 Meter sind ein Punkt, in dem wir uns verbessern müssen, ja. Das Potenzial ist da, aber die Jungen brauchen Zeit. Wir müssen Geduld haben.»

Für Geduldspiele ist der Moment gerade schlecht. Nach geruhsamem Auftakt im Wochenrhythmus folgen nun sechs Spiele in 18 Tagen. In der Meisterschaft stehen bis zum 7. Oktober die Partien gegen Luzern, Sion, Neuchâtel Xamax und Thun an, in der Europa League die kursweisenden Duelle mit AEK Larnaca und Ludogorez Rasgrad. Klar ist: Wenn der FCZ europäisch überwintern will, muss er gegen Larnaca punkten.

Auf dem Papier ist Zyperns Cupsieger und Vierter der letzten Meisterschaft ein schlagbarer Gegner. Magnin selbst sah im August, also vor der Gruppenauslosung, zufälligerweise Larnacas zweite Qualifikationsrunde gegen Sturm Graz (2:0 und 5:0). «Eine Mannschaft, mehr spanisch als zyprisch. Hohes Durchschnittsalter, sehr erfahren», so seine Beobachtung. Sportchef Thomas Bickel lieferte weitere Eindrücke aus seinem Abstecher zu Larnacas erstem Meisterschaftsspiel am letzten Wochenende, einem 1:1 bei Nea Salamis Famagusta.

Vor eigenem Publikum dürfte die heimstarke, mit 17 überwiegend sehr erfahrenen Söldnern gespickte Mannschaft anders als in Famagusta auftreten, auch wenn sie die Heimspiele in der Europa League im GSP-Stadion in der Hauptstadt Nikosia austragen muss. «Aber», sagt Magnin, «wir müssen Larnaca deshalb nicht auf ein Level mit Real Madrid heben. Wir sind auf Augenhöhe.»

Larnaca: Toño; Truyols, Mojsov, Gonzalez, Ioannou; Hevel, Larena; Barrera, Trickovski, Tete; Taulemesse.

Zürich: Brecher; Nef, Palsson, Mirlind Kryeziu; Rüegg, Hekuran Kryeziu, Domgjoni, Pa Modou; Winter, Odey, Kololli.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 20. September 2018 05:52
aktualisiert: 20. September 2018 08:21