Super League

Die ganz grosse Chance für die Young Boys

23. Juli 2020, 04:05 Uhr
So hat man die Young Boys schon in den letzten Runden meistens erlebt
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die Young Boys könnten am Donnerstag ihrem dritten Schweizer Meistertitel am Stück sehr nahe kommen. Sie treten in Neuenburg gegen das Schlusslicht Xamax an.

Da der zweitplatzierte FC St. Gallen mit dem 0:5 daheim gegen Basel drei weitere Punkte eingebüsst hat, würden die Berner mit einem Sieg drei Runden vor Schluss um fünf Punkte davonziehen. Überdies können sie sich auf die weitaus bessere Tordifferenz abstützen. Die Tordifferenz würde am Schluss bei Punktgleichheit den Ausschlag geben.

Nimmt man die Resultate der letzten fünf Super-League-Runden, kann man die Young Boys schon fast wieder in der Stärke und in der Konstanz wähnen, die sie in der Saison 2018/19 auszeichneten. Am Donnerstag tritt der Meister bei Neuchâtel Xamax an.

Die Young Boys gewannen vier ihrer letzten fünf Meisterschaftsspiele. Die Niederlage, die die Serie unterbrach, war das 2:3 in Basel. Dort hätten sie nach einem 0:3-Rückstand in letzter Sekunde ausgeglichen, wäre nicht Miralem Sulejmani mit einem Penalty gescheitert.

Man könnte einwenden, der jüngste Sieg, jener beim FCZ, sei ein geschenkter gewesen, da ja die Zürcher wegen ihrer Coronavirus-Vorfälle zehn Tage lang nicht hatten trainieren können. Aber ein 5:0-Sieg ist nie geschenkt, so wenig wie ein überzeugender Auftritt, wie ihn die Berner an den Tag legten.

Just auf die Schlussphase der spannend verlaufenden Saison hin scheint Trainer Gerardo Seoane aus dem breiten Angebot an sehr tauglichen Spielern eine starke Einheit schmieden zu können, ein echtes Fanionteam. Seit sich der junge Meschack Elia als zweiter Roger Assalé herausstellt, ist das bewährte 4-4-2-System der letzten Saison wieder angesagt. Elia und Torschützenleader Jean-Pierre Nsame sind ein neues schlagkräftiges Duo, das überdies aus dem Mittelfeld genügend Unterstützung bekommt.

Die Berner spielen gegen Xamax als hoher Favorit. Aber die Neuenburger, die unter dem zurückgekehrten Trainer Stéphane Henchoz auf einen Umsturz in der Tabelle hoffen, machten letzten Sonntag auf sich aufmerksam. Sie dominierten den FC Luzern in Luzern über 90 Minuten - und noch darüber hinaus. Das hochverdiente Tor zum 2:1-Sieg fiel in der Nachspielzeit. Nach dieser tollen Darbietung darf man erwarten, dass die Xamaxiens den Bernern auf der Maladière mehr Widerstand leisten werden als bei der 0:6-Niederlage, die sie Ende Juni im Wankdorf hinnehmen mussten.

Das Super-League-Spiel vom Donnerstag im Überblick:

Neuchâtel Xamax - Young Boys (bisherige Duelle der Saison: 0:1, 1:4, 0:6). - Donnerstag, 20.30 Uhr. - SR Fähndrich. - Absenzen: Ramizi (gesperrt), Gomes und Kamber (beide verletzt); Hoarau, Lauper und Petignat (alle verletzt). - Fraglich: Djourou; Lustenberger, Garcia, Mambimbi und Sörensen. - Statistik: Seit ihrem Wiederaufstieg im Sommer 2018 verloren die Xamaxiens sechs von sieben Duellen gegen YB in der Meisterschaft. Im April 2019 siegten sie daheim 1:0 - zu einem Zeitpunkt, als die Berner bereits als Meister feststanden. Mit dem jüngsten 2:1-Sieg in Luzern, bei dem sie den Gegner dominierten, zeigten die Neuenburger auf, dass ihnen unter Trainer Stéphane Henchoz die Wende zum Guten, zum Ligaerhalt, trotz ihrer jetzigen Position des Schlusslichts noch gelingen könnte. Für YB, das vier seiner letzten fünf Spiele gewann, gilt im Kampf um den Meistertitel: Jeder Punkt zählt.

Rangliste: 1. Young Boys 32/64 (74:40). 2. St. Gallen 33/62 (69:52). 3. Basel 33/59 (70:34). 4. Servette 33/46 (51:42). 5. Zürich 32/42 (40:62). 6. Luzern 33/42 (40:48). 7. Lugano 33/40 (38:41). 8. Thun 33/35 (41:63). 9. Sion 32/32 (35:52). 10. Neuchâtel Xamax FCS 32/27 (32:56).

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Juli 2020 04:05
aktualisiert: 23. Juli 2020 04:05