Schweiz - Ghana 0:2

Die Schweiz verliert letztes Testspiel – gegen Kamerun muss Steigerung her

17. November 2022, 13:29 Uhr
Das Test-Duell gegen Ghana sollte die Schweizer Nati auf Betriebstemperatur bringen. Eine Woche, bevor es gegen Kamerun ernst gilt, muss aber festgestellt werden: Da geht noch mehr. Bei der 0:2-Pleite gab es in Person von Shaqiri oder Okafor aber auch Lichtblicke.
Okafor (r.) war auf Schweizer Seite einer der Lichtblicke gegen Ghana.
© KEYSTONE/Laurent Gillieron
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Die Schweiz bezieht im einzigen Testspiel vor der WM in Katar eine Niederlage. Beim 0:2 gegen Ghana experimentiert Murat Yakin viel. Yann Sommer gibt sein Comeback.

Vor ein paar hundert frenetischen Ghana- und rund 30 stillen Schweizer Fans sowie einer Linienrichterin als Teil des Schiedsrichtergespanns aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erzielte Mohammed Salisu nach 70 Minuten den ersten und Antoine Semenyo vier Minuten danach den zweiten Treffer. Beim 0:1 prallte der Ball nach einem Corner von Eray Cömert vor die Füsse des Torschützen, beim 0:2 unterlief Cömert einen Ball und unterliess es Sommer, resolut einzugreifen. Die Gegentore fielen, nachdem Denis Zakaria vom Mittelfeld in die Innenverteidigung gerückt war.

Die Hauptprobe für den WM-Auftakt gegen Kamerun vom 24. November ist den Schweizern damit missglückt. Doch ein Schiffbruch ist es angesichts der vielen Experimente und Rochaden nicht. Nationalcoach Murat Yakin testete in der Abwehr einer Dreierkette und schonte Abwehrchef Manuel Akanji, als die Gegentore fielen. Zu den positiven Erkenntnissen gehörte, dass die Dreier-Abwehr in der ersten Halbzeit dichthielt und die Kaltstarter Xherdan Shaqiri und Denis Zakaria wertvolle Spielminuten sammelten - und dass im arabischen Glutofen bei rund 33 Grad und relativ hoher Luftfeuchtigkeit keiner umkippte.

Kein Risiko und einige Experimente

Naturgemäss minimierten die Nationalspieler im WM-Probelauf im 43'000 Zuschauer fassenden Zayed Sports City Stadium jegliches Verletzungsrisiko. Dennoch machte der kurze Abstecher nach Abu Dhabi für Yakin und die Mannschaft durchaus Sinn. Die Spieler erfuhren etwa, wie es an der WM im subtropischen Katar-Klima im Wettkampf mit der Hitze sein könnte - wobei sie noch gar nicht wissen, ob in den Partien gegen Brasilien und Serbien das im dortigen Stadion 974 vorhandene Kühlsystem aktiviert sein wird. Mit diesem würde die Temperatur laut FIFA auf gleich 20 Grad herunter gedrosselt.

Yakin hielt sich bei der Gelegenheit für verschiedene Experimente nicht zurück. Obwohl er einiges bereits angedeutet hatte - etwa dass der bei Eintracht Frankfurt und im Nationalteam in den letzten Wochen und Monaten stark beanspruchte Djibril Sow eine Pause bekommen und Aussenverteidiger Ricardo Rodriguez aufgrund einer Prellung eher kürzer als länger zum Einsatz gelangen dürfte - beinhaltete seine Startelf einige Überraschungen.

Vargas als linker Verteidiger?

Insbesondere probte Yakin ein 3-5-2 mit Ruben Vargas auf der dünn besetzten linken Aussenbahn. Ein durchaus nachvollziehbarer Zug, weil er für Rodriguez keinen etatmässigen linken Verteidiger als Ersatz in sein 26-köpfiges WM-Aufgebot berufen hatte. Es ist ein Gamble, der auf den ersten Blick ein grösseres Risiko birgt. Die Trainer haben im Fall von Verletzungen die Möglichkeit, Spieler bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel nachzunominieren.

In der zweiten Halbzeit, in der Nico Elvedi Akanji und Noah Okafor Breel Embolo ersetzten, tauschte überdies zuerst Zakaria die Position mit Granit Xhaka, ehe Zakaria in die Verteidigung zurückrückte. Xhaka spielte dann ein Stück offensiver, ähnlich wie in dieser Saison bei Arsenal. Shaqiri, der seinen ersten Match seit Anfang Oktober bestritt und als Stürmer neben Breel Embolo agierte, hätte zu Beginn der zweiten Halbzeit das 1:0 aufgelegt, hätte Okafor nach seinem guten Steilpass nicht über das Tor gezogen.

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Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 17. November 2022 10:01
aktualisiert: 17. November 2022 13:29