Nations League

Die Schweiz will sich gegen Portugal rehabilitieren

5. Juni 2022, 07:30 Uhr
Vor dem zweiten Spiel der Nations League in Lissabon gegen Portugal gibt es rund um die Schweizer Nationalmannschaft einige Fragezeichen. Nach dem 1:2 in Tschechien ist eine Reaktion gefragt.
Murat Yakin musste einige kritische Fragen beantworten
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die Schweizer sind in den drei Partien innerhalb gut einer Woche gegen die Gruppenfavoriten Portugal und Spanien unter Zugzwang. Die Rollenverteilung im ersten Duell mit dem Europameister von 2016 am Sonntag ist allerdings klar, Portugal geht als Favorit in das Spiel. «Sie haben tolle Fussballer und können auf diesem Niveau zwei oder drei Mannschaften stellen», sagte Nationaltrainer Murat Yakin. «Wir haben eine neue Chance und können frei und unbekümmert Fussball spielen.»

Die Unbeschwertheit ist den Schweizern im neuen Jahr allerdings etwas abhanden gekommen. Auch Yakin spürt im Vergleich zum goldenen Herbst zu Beginn seiner Ära einen leichten Spannungsabfall, was er mit der Art der Spiele - die SFV-Auswahl absolvierte im März zwei Testpartien - und dem Zeitpunkt des Auftakts zur Nations-League-Kampagne im Anschluss an eine lange Saison begründet. «Gegen Tschechien fehlte uns etwas die Intensität.»

Kritik von Granit Xhaka

Nicht nur der schwache Auftritt am Donnerstag und der allgemein harzige Start ins WM-Jahr mit nur einem Remis aus drei Spielen gab dabei Anlass zu Diskussionen. Das von Yakin angeordnete 4-4-2-System bekam der Mannschaft nicht gut. Captain Granit Xhaka übte nach dem Spiel leise Kritik - auch an seiner Rolle, die er unter Yakin noch nicht gefunden hat.

Yakin wertete die Aussage seines Captains nicht als Kritik. Es werde versucht, einen Keil zwischen sie zu treiben, was er nicht tolerieren könne, so der Nationaltrainer. «Granit ist wichtig für diese Mannschaft und gibt uns mit seiner Spielweise sehr wichtige Inputs, deswegen kann ich die ganze Polemik überhaupt nicht verstehen.»

Sommer pausiert

Hinsichtlich der Aufstellung wollte sich Yakin vor der Partie im ausverkauften Estadio Alvalade, dem Stadion von Sporting Lissabon, nicht in die Karten blicken lassen. Ein Wechsel wird er auf der Goalieposition vornehmen, Yann Sommer, die Nummer 1, darf gegen Ronaldo und Co. pausieren. Zu früh kommt der Einsatz für Verteidiger Manuel Akanji, der wegen Kniebeschwerden bereits gegen Tschechien fehlte. Nico Elvedi verzichtete auf das Abschlusstraining.

Die weiteren Aussagen Yakins lassen Raum für Spekulationen. Aufgrund der Stärke der Gegner kann in den kommenden Tagen nur bedingt getestet werden, zumal die Resultate im Kampf um den Ligaerhalt in der Nations League Relevanz haben. Haris Seferovic von Benfica Lissabon wäre im Angriff eine Option, allerdings hat der 30-Jährige aus Sursee zuletzt kaum gespielt. Auf den Seiten wären Renato Steffen und Steven Zuber mögliche Alternativen. Xherdan Shaqiri dürfte nach seinem Joker-Einsatz gegen Tschechien in die Stammformation zurückkehren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Juni 2022 07:30
aktualisiert: 5. Juni 2022 07:30
Anzeige