FC St.Gallen begrüsst Modusänderung

Laurien Gschwend, 21. August 2019, 15:02 Uhr
Hat der FC St.Gallen in der Super League bald zwei neue Gspänli? (Archivbild)
Hat der FC St.Gallen in der Super League bald zwei neue Gspänli? (Archivbild)
© Keystone/Georgios Kefalas
Das Komitee der Swiss Football League strebt eine Modusänderung an. Die Super League soll ab der Saison 2021/22 von zehn auf zwölf Teams aufgestockt werden. Die Generalversammlung der Liga wird am 22. November darüber entscheiden – die Clubs im FM1-Land sprechen sich für die Änderung aus.

Der vom SFL-Komitee vorgeschlagene zweistufige Modus, der in Österreich auf die Saison 2018/19 eingeführt wurde, beinhaltet in einer ersten Phase eine Qualifikationsrunde (je 22 Spiele). Danach würden die Teams auf den Rängen 1 bis 6 eine Finalrunde, diejenigen auf den Plätzen 7 bis 12 eine Abstiegsrunde bestreiten (je 10 Spiele), wobei die Punkte halbiert würden.

Challenge League bleibt unverändert

Der Letztplatzierte der Abstiegsrunde stiege in die Challenge League ab, der Vorletzte würde eine Barrage gegen den Zweiten der Challenge League absolvieren. Dem besten Team der Abstiegsrunde böte sich die Möglichkeit, in einem Playoff gegen den Tabellendritten oder -vierten um den letzten Platz in der Europa-League-Qualifikation zu spielen. Die Challenge League bliebe mit zehn Teams unverändert.

In der Übergangssaison 2020/21 würden zwei Clubs aus der Challenge League direkt aufsteigen, der letzte Platz in der Super League spielten der 10. der Super League und der 3. der Challenge League in einer Barrage aus. Aus der Promotion League gäbe es zwei zusätzliche Aufsteiger.

FCSG findet neuen Modus sinnvoll

«Es ist schon länger ein Thema, dass die Liga aufgestockt werden soll», sagt Daniel Last, Mediensprecher des FC St.Gallen, gegenüber FM1Today. Für ihn ergibt es durchaus Sinn, dass die Clubs mit einer grossen Wirtschaftskraft nachrutschen: «Deshalb beschäftigt den FCSG diese Modusänderung nicht gross.»

Mit der Modusänderung hätten weitere Ostschweizer Clubs, wie der FC Wil oder FC Vaduz, bessere Möglichkeiten, aufzusteigen. «Wer sich sportlich qualifiziert und auch die finanziellen Mittel hat, in der Super League zu spielen, hat es schlussendlich auch verdient», so Last.

So befürwortet man auch beim FC Wil den neuen Modus: «Clubs wie Lausanne oder die Grasshoppers spielen finanziell in einer anderen Liga, die Chancen für einen Aufstieg für andere Mannschaften sind also minim», sagt der Präsident des FC Wil, Maurice Weber, zu FM1Today. Der FC Vaduz teilt diese Meinung: «Der neue Modus würde eine sportliche Aufwertung der Challenge League bedeuten», ist Patrick Burgmeier, Geschäftsführer des FC Vaduz, überzeugt.

Veränderte Vorzeichen

Bereits vor zwei Jahren hatte sich die SFL mit einer Modusänderung befasst. Im November 2017 hatte die Mehrheit der Clubvertreter nach einer mehrmonatigen Evaluation aber noch die Haltung vertreten, dass die Zehnerliga mit dem aktuellen, seit der Saison 2003/04 bestehenden Modus die beste Lösung darstellt. Als Kompromiss wurde die Barrage wieder eingeführt.

Im Frühjahr 2019 forderte eine Mehrheit der Clubs die SFL auf, die Diskussionen über eine Modusänderung auch aufgrund veränderter Rahmenbedingungen erneut aufzunehmen. Da die aktuellen TV-Verträge nach der Saison 2020/21 auslaufen, kann die SFL über eine Modusänderung auf die nachfolgende Saison frei entscheiden.

Abstimmung Ende November

An der Generalversammlung der Liga am 22. November wird über den Modus-Vorschlag abgestimmt. Für eine Änderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Eine Aufstockung muss zusätzlich auch von den anderen Abteilungen innerhalb des Schweizerischen Fussballverbandes befürwortet und abgesegnet werden.


Laurien Gschwend
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 21. August 2019 10:07
aktualisiert: 21. August 2019 15:02