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Super League

Ist Basels Lebenszeichen von nachhaltiger Natur?

6. März 2021, 06:46 Uhr
Das 1:1 am Mittwoch gegen die Young Boys darf als Lebenszeichen des FC Basel gewertet werden. Drei Tage später bei Servette weist sich aber erst, was der Auftritt gegen den Branchenprimus wert war.
Gegen Meister YB wehrte sich der FC Basel mit seinem neuen Captain Pajtim Kasami mit Füssen - wenn nötig aber auch mit Händen
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Der FC Basel lieferte am Mittwoch gegen die Young Boys einen kämpferisch tadellosen Auftritt ab - auf allen Ebenen. Sogar der bei vielen FCB-Fans in Ungnade gefallene Bernhard Burgener schien die Tugenden seines Teams zu Spielschluss adaptiert zu haben. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF auf die Berichterstattung zum FCB und seiner Person in den letzten Tagen angesprochen, sagte der Präsident: «Der Tag der Abrechnung wird kommen.»

Die vielschichtige Kritik am FC Basel hat bei Spielern, bei Trainer Ciriaco Sforza und offenbar auch bei Präsident Burgener eine Protestbewegung losgetreten, die gegen die Young Boys in einem starken Zusammenhalt auf dem Platz gipfelte. Spielerisch deutlich unterlegen, verteidigte der FCB im eigenen Stadion wacker und stellte den Meister tiefstehend vor Probleme. Nur wird die Partie in Genf von ganz anderem Charakter sein.

Sechs Spiele wartet die Mannschaft von Sforza nun schon auf einen Sieg, mit der Rolle des Zerstörers wird sie sich gegen Servette nicht zufrieden geben können. Und genau das könnte problematisch sein. Basels Probleme, das Spiel zu gestalten und die Dominanz in Chancen und Tore umzumünzen, offenbarten sich schon vergangene Saison unter Sforzas Vorgänger Marcel Koller. Unter dem Zürcher kaschierten die gloriosen Siege in der Europa League etwa gegen Eintracht Frankfurt letztlich aber die Niederlagen gegen Thun (0:1), Sion (0:1), Luzern (1:2) oder eben Servette (0:2).

Wer sich dem Umfeld der Basler Mannschaft in den Tagen nach dem Remis gegen Bern annähert, hört an vielen Ecken und Enden dasselbe: Die Unruhen um den Klub, die Gerüchte um den potenziellen Einstieg einer britischen Investmentgesellschaft, die Geschichte um den suspendierten Valentin Stocker, schlicht jede Ablenkung vom eigentlichen Kerngeschäft, sei sich zu verbieten. «Es braucht von jedem die Bereitschaft alles zu geben, und sich voll auf den Fussball zu konzentrieren», sagte Trainer Sforza an der Medienkonferenz vor dem Spiel. Nur lässt sich ein solches Unterfangen gegen den Branchenprimus einfach an, als bei den aufstrebenden Genfern, die ihrerseits den 2. Platz im Visier haben.

Übersicht über die Spiele vom Samstag:

Young Boys - Vaduz (bisherige Duelle der Saison: 0:0, 1:0). - Samstag, 18.15 Uhr. - SR Piccolo. - Absenzen: Martins, Petignat (verletzt), Prokopic, Schmied, Wieser (verletzt). - Fraglich: Zesiger; Djokic, Schmid. - Statistik: Gemäss Statistik das klarste Duell der Liga, der Tabellenerste empfängt das Schlusslicht. Allerdings: Vaduz ist in diesem Kalenderjahr das drittbeste Team der Liga, hinter YB und Luzern.

Servette - Basel (0:1, 1:0). - Samstag, 20.30 Uhr. SR Dudic. - Absenzen: Alves, Antunes, Diallo, Fofana, Henchoz (verletzt); Cömert (gesperrt), Stocker (suspendiert), Abrashi, Isufi, Jorge, Padula, Pululu, Sène, van Wolfswinkel, von Moos, Widmer, Xhaka (verletzt). - Fraglich: Rouiller; Marchand. - Statistik: Der FC Basel wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg, kam er aber immerhin daheim gegen YB zu einem Remis. Die Genfer streben derweil mit aufsteigender Form nach Tabellenplatz 2. Mit einem Sieg im Direktduell würde er Tatsache.

Rangliste: 1. Young Boys 23/52 (41:18). 2. Basel 23/33 (33:33). 3. St. Gallen 23/31 (27:26). 4. Servette 23/31 (26:29). 5. Lausanne-Sport 23/30 (30:28). 6. Lugano 23/30 (26:26). 7. Zürich 23/29 (34:33). 8. Luzern 23/28 (39:36). 9. Sion 23/22 (25:36). 10. Vaduz 23/22 (21:37).

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. März 2021 06:05
aktualisiert: 6. März 2021 06:46