Liverpool braucht fremde Hilfe

12. Mai 2019, 06:31 Uhr
Liverpools Trainer Jürgen Klopp muss in der Titelentscheidung in England auf fremde Hilfe hoffen
Liverpools Trainer Jürgen Klopp muss in der Titelentscheidung in England auf fremde Hilfe hoffen
© KEYSTONE/EPA/PETER POWELL
Das «Wunder von Anfield» im Champions-League-Halbfinal gegen Barcelona hat bei Liverpool auch die Hoffnung gestärkt, am Sonntag den ersten Meistertitel seit 1990 bejubeln zu dürfen.

Die Reds gehen mit einem Punkt Rückstand auf Titelverteidiger Manchester City in die letzte Runde der Premier-League-Saison.

Gewinnen sie in Brighton, fahren die Citizens ihren vierten Meistertitel in den letzten acht Jahren ein, den sechsten der Klubgeschichte. Liverpool will die eigenen Hausaufgaben im eigenen Stadion gegen Wolverhampton erfüllen. Der im Rückspiel gegen Barcelona noch verletzt gewesene Stürmerstar Mohamed Salah dürfte im gegen den Tabellensiebten wieder zur Verfügung stehen.

Liverpool träumt bei allen internationalen Erfolgen vom Ende einer nationalen Durststrecke. Seit 29 Jahren wartet man auf den 19. Meistertitel, wirklich nah dran war man zuletzt 2014. Trainer Jürgen Klopp könnte seinen Heldenstatus in Anfield zementieren. «Das war eine Woche voller grosser Fussballmomente», sagte der Deutsche am Freitag. «Wenn es am Wochenende für uns noch einen grossen Fussballmoment gäbe, wäre das schön. Die Woche ist noch nicht vorbei.»

Klopp grinste bei seinen Aussagen zwar schelmisch. Geändert hat sich die Ausgangsposition in der Liga durch die 4:0-Gala gegen Barcelona aber nicht. «Es ist immer noch schwierig, Meister zu werden», sagte Klopp. «Das Einzige, was wir tun können, ist, unser Spiel zu gewinnen.» Gegen den überraschend starken Aufsteiger Wolverhampton wird das aber nicht einfach. Die Wolves erwiesen sich in dieser Saison mehrfach als Favoritenschreck - im FA-Cup auch für Liverpool (1:2).

Manchester City hat in Brighton die vermeintlich leichtere Aufgabe. 13 Ligaspiele in Folge haben die Citizens gewonnen. Bei nur einem Punkt Vorsprung müssen sie die Serie aber unbedingt fortsetzen, um ans Ziel zu gelangen. «Das wird ein harter Tag, das ist sicher», sagte City-Stürmer Raheem Sterling, der mit 17 Ligatoren massgeblichen Anteil an der guten Ausgangsposition hat. «Wir wissen, dass Brighton nicht nur herumsitzen wird und uns Tore schiessen lässt.»

Nach dem vorzeitigen Champions-League-Out im Viertelfinal gegen Tottenham ist der Meistertitel für City-Trainer Pep Guardiola Pflicht. Zuletzt wirkte der Katalane etwas dünnhäutig. Nach dem jüngsten 1:0-Zittersieg gegen Leicester versuchte er sein Team in der Liga gar zum Aussenseiter zu degradieren. Er unterstellte einen «Wunsch» der Medien, dass Liverpool den Titel hole. «Tut mir leid für diese Leute, dass es in unserer Hand liegt», sagte Guardiola.

City fügte Liverpool im letzten direkten Duell im Januar die einzige Saisonniederlage in der Liga zu (2:1). Sollten beide Teams ihre Spiele am Sonntag gewinnen, würden die favorisierten Citizens die Saison mit 98 Punkten abschliessen. Liverpool hätte 97 Zähler und damit mehr als jeder Premier-League-Meister zuvor - mit Ausnahme von Manchester City, das letzte Saison erstmals die 100-Punkte-Marke erreichte.

Mehr als 20 Punkte hinter dem Topduo geht es noch um den 3. und den 4. Platz. Chelsea hat sein Champions-League-Ticket für die kommende Saison bereits sichergestellt. Tottenham empfängt Everton, Arsenal gastiert in Burnley. Sollten sie mit Schützenhilfe nicht noch wider Erwarten am Stadtrivalen Tottenham vorbeiziehen, hätten die Gunners auch im Europa-League-Final gegen Chelsea noch die Chance, sich die Teilnahme an der Champions League zu sichern.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 12. Mai 2019 01:40
aktualisiert: 12. Mai 2019 06:31