Bundesliga

Lucien Favre bekommt am Samstag wohl seine Chance

28. November 2019, 12:17 Uhr
Lucien Favre langt sich an den Kopf: Auch in Barcelona schaffte er die Trendwende nicht.
© KEYSTONE/EPA EFE/ENRIC FONTCUBERTA
Das 1:3 in Barcelona in der Champions League hat den Druck auf Lucien Favre weiter erhöht. Am Samstag müssen er und sein Team in der Bundesliga auswärts gegen Hertha Berlin liefern.

Ohne einen Sieg bei Hertha Berlin, das erstmals von Jürgen Klinsmann trainiert werden wird, droht Lucien Favre nach nicht einmal anderthalb Jahren das Aus bei Borussia Dortmund. Noch aber glaubt der Westschweizer an die Wende. «Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Ich habe Vertrauen.»

Der im Vergleich zu den beiden miserablen Auftritten gegen Bayern München (0:4) und Paderborn (3:3) leichte Formanstieg schürt bei den Dortmundern ein wenig Hoffnung. «Es war zumindest kein Schritt tiefer in die Krise und es ist nichts passiert, wofür wir uns als Mannschaft schämen müssen», urteilte Abwehrchef Mats Hummels. Dennoch es war «ein bitterer Abend für uns», wie Team-Manager Sebastian Kehl sagte. Die Achtelfinals der Champions League kann Dortmund nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Auch wenn nicht wenige einen kleinen Aufwärtstrend erkannt haben wollen, gab es Kritik an Favre. Der Schweizer Coach war aber auch vom Glück verlassen. Der zuletzt formschwache Jadon Sancho sass zunächst aus nahe liegenden Gründen auf der Ersatzbank. Doch der für den Engländer von Beginn weg eingesetzte Nico Schulz blieb wirkungslos. Im Nachhinein war die Startformation ein Fehler, zumal Sancho nach seiner Einwechslung nach der Pause das Spiel der Dortmunder belebte. Auf Fragen nach dieser Rochade reagierte Favre gereizt: «Wir haben den Entscheid so getroffen, und damit ist das geklärt. Wir brauchten elf Spieler, die fokussiert und bereit auf dem Platz sind», sagte er mit Bezug auf das zuletzt schlechte Zweikampfverhalten Sanchos.

Viel Zeit, die richtigen Schlüsse aus der Niederlage in Barcelona zu ziehen, bleibt Favre nicht. Schon für Samstag muss er richtige Antworten finden. Angreifer Julian Brandt schwant, dass die ohnehin knifflige Aufgabe durch den Trainerwechsel der Berliner von Ante Covic zu Jürgen Klinsmann noch unangenehmer werden könnte: «Spiele sind immer schwieriger, wenn bei der anderen Mannschaft ein neuer Trainer im Amt ist. Die Berliner werden sich neu beweisen wollen», kommentierte er.

Gleichwohl gab Torhüter Roman Bürki die Richtung vor: «Jetzt ist ein Sieg in Berlin Pflicht.» Auch Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sieht dringenden Handlungsbedarf: «In Berlin wollen wir die Trendwende in der Bundesliga schaffen und wieder den Anschluss an die obereren Plätze schaffen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. November 2019 12:10
aktualisiert: 28. November 2019 12:17