Aufstiegsspiele

«Mit dem Rücken zur Wand»: Baden und Wohlen müssen liefern

Matteo Fruci, 2. Juni 2022, 15:29 Uhr
Die Euphorie war riesig – nun sind der FC Baden und der FC Wohlen knallhart auf den Boden der Realität zurückgeholt worden und im Zugzwang. Baden verlor das Hinspiel bei der Zweitvertretung von GC mit 2:1 und Wohlen unterliegt Bulle gleich mit 4:1. Noch ist Hoffnung da.
Jetzt müssen die Wohler und Badener dahin, wo es weh tut. Im Rückspiel reicht für beide nur ein Sieg
© Aargauer Zeitung/Dani Mercier

Der Traum vom Wiederaufstieg in die Promotion League scheint für den FC Wohlen geplatzt. Im Hinspiel des Aufstiegs-Halbfinal gegen den FC Bulle verliert der FCW mit 4:1. Im Rückspiel am Samstag in Wohlen muss also mindestens ein 3:0 Sieg her, um sich in die Verlängerung zu retten. Eine grosse Hypothek. Alessio Passerini, Wohlens Sportchef, ist aber noch optimistisch: «Ich glaube daran, dass wir das Spiel drehen können, es in die Verlängerung schaffen – wenn es sein muss auch ins Elfmeterschiessen – und dann weiterkommen.»

«Und dann passiert das»

Der FC Wohlen hat eine überragende Saison gespielt. Die Freiämter verloren in der Rückrunde nur zwei Spiele und verwöhnten ihr Publikum mit attraktivem Fussball. Und dann: «Ein totales Blackout», sagt Passerini. «Es ist nicht zu verstehen, wie wir in Bulle 4:1 verlieren konnten.» Denn an der Leistung lag es laut dem Sportchef nicht: «Der Druck, genauso gut zu spielen, wie der Rest der Saison, war riesig.» Der Mannschaft sei im ersten Moment gar nicht bewusst gewesen, welche Tragweite dieses Spiel hat. «In den Aufstiegsspielen musst du in zwei Spielen alles abliefern und dazu war unsere Mannschaft noch nicht bereit. Lange Rede, kurzer Sinn: Am Samstag müssen wir bereit sein.»

Optimismus trotz «Herkulesaufgabe»

«Es gab schon viele Beispiele, in denen ein solcher Rückstand noch gedreht wurde», so Passerini. «Klar, es ist eine Herkulesaufgabe und wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Aber unsere Spieler und der ganze Verein sind sich bewusst, dass es machbar ist.» Über 100 Wohlen-Fans nahmen am Mittwochabend die Reise nach Bulle auf sich, um dann mit einer 4:1-Niederlage enttäuscht zu werden. «Wir wollen und müssen unserem Heimpublikum etwas zurückgeben», so Passerini.

Alte Wunden

Auch der FC Baden hat sein Aufstiegs-Halbfinal-Hinspiel verloren. Auswärts unterlag der FCB der U21 der Grasshoppers Zürich mit 2:1. «Wir haben uns von den jungen Spielern überrumpeln lassen», sagt Badens Vize-Präsident Gianmarco Coluccia gegenüber ArgoviaToday. «Für uns ist aber noch alles offen. Ein Tor Rückstand ist gut aufholbar und das Esp ist das Esp: Das Publikum wird hinter uns stehen wie eine Wand und uns sicherlich einen Heimvorteil verschaffen.» Trotzdem: Jedes Mal, wenn der FC Baden ein Aufstiegsspiel verliert, reissen alte Wunden auf. Es ist der achte Anlauf, in die Promotion League aufzusteigen. Sieben Mal ist Baden gescheitert. Coluccia schmunzelt: «Ja, es ist natürlich ein wunder Punkt. Immer wenn wir in diese Phase kommen, ist es in den Hinterköpfen. Aber wir glauben an den Aufstieg. Wir wissen, dass wir definitiv in die Promotion League gehören. Wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen, dann halt nächstes oder übernächstes.»

Anpfiff im Stadion Esp zwischen dem FC Baden und GC U21 ist am Samstag um 16 Uhr. Das Spiel zwischen dem FC Wohlen und dem FC Bulle wird am Samstag um 17 Uhr angepfiffen.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Juni 2022 08:47
aktualisiert: 4. Juni 2022 08:47
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