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Super League

Nach Ausschreitungen: Liga prüft Schliessung der Gästesektoren – das sagt der FCSG

28. Oktober 2021, 17:05 Uhr
Die Swiss Football League fährt im Kampf gegen Chaoten schwere Geschütze auf. Nach diversen Ausschreitungen – auch von Fans des FC St.Gallen – steht die Schliessung der Gästesektoren im Raum.
Die St.Galler Kurve beim Gastspiel vergangenes Wochenende in Luzern.
© Keystone

Nebst den St.Galler Anhängern, die nach der 0:2-Niederlage gegen Luzern für Negativschlagzeilen sorgten, gab es insbesondere Vorfälle rund um das Zürcher Derby zwischen dem FC Zürich und GC. Diese Ausschreitungen stellen womöglich den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, dar. Nun will die Swiss Football League (SFL) dem Treiben der Gästefans einen Riegel vorschieben.

Drastische Massnahme möglich

Besonders eine mögliche Massnahme mutet drastisch an: «In den vergangenen Spielrunden kam es wiederholt zu negativen Vorkommnissen mit Personen, die den jeweiligen Gastclubs zuzuordnen waren. Um die friedlichen Fans zu schützen, steht die Schliessung der Gastsektoren im Raum», schreibt die SFL in einer Medienmitteilung.

«Mit Enttäuschung müssen wir feststellen, dass sich ein Teil der Fankurven – besonders bei Auswärtsspielen – nicht an die getroffenen Abmachungen und geltenden Gesetze hält», sagt Claudius Schäfer, CEO der Liga.

Friedliche Fans und Kinder schützen

Im Zentrum der diskutierten Massnahme stehe der Schutz der überwiegenden Mehrheit der friedlichen Fans und der Kinder in den Stadien, denen durch diese negativen Ereignisse, die mit einer positiven Fankultur absolut nichts zu tun hätten, die Freude am Besuch eines Fussballspiels genommen werde, heisst es weiter.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / Silja Hänggi

Die harte Massnahme wird nun geprüft und auch mit den Clubs besprochen – parallel zur Diskussion darüber will die SFL im November das Gespräch mit Clubverantwortlichen suchen, um Lösungen zu finden.

Aufforderung an Fankurven

Die SFL kritisiert weiter besonders die nach ihrer Einschätzung wenig vorhandene Bereitschaft der Fankurven, negative Vorkommnisse mit Beteiligten aus ihren Reihen, aufzuarbeiten: «Die SFL und die Clubs erwarten ein deutliches Signal aus den Fankurven, dass solche Aktionen nicht unterstützt werden. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, eine Lösung für diese anhaltende Problematik zu finden und für alle Fans und Familien friedliche Spiele zu organisieren.»

Der FC St.Gallen erklärt auf Anfrage von FM1Today, dass eine Diskussion über das Thema nach den Vorkommnissen vom Wochenende «logisch und notwendig» sei. «Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen», sagt David Gadze, Mediensprecher des Vereins. Der FC St.Gallen werde sich in der Diskussion um allfällige Massnahmen einbringen, wolle diese jedoch nicht in der Öffentlichkeit führen. «Wir halten aber in aller Deutlichkeit fest, dass Vorkommnisse wie im Letzigrund oder auf den Transportwegen zu Auswärtsspielen nicht toleriert werden», so Gadze.

Der Dachverband der St.Galler Fans war noch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

(con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. Oktober 2021 13:59
aktualisiert: 28. Oktober 2021 17:05