Spielernoten

Nach Kantersieg: Espen können träumen

2. Dezember 2019, 06:04 Uhr
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit zwei Elfmetertoren steigern sich die Espen in der zweiten Halbzeit in allen Belangen und gewinnen schliesslich mit 4:1 beim FC Luzern, gegen den sie zuletzt zehn Spiele in Folge verloren hatten. Hier die Spielerbewertung.

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 5,5. Muss öfter eingreifen, als ihm lieb sein kann, und verhindert so unter anderem in der zweiten Halbzeit den erneuten Luzerner Ausgleich bravourös. Einen kleinen Abzug gibt es für die nicht immer ganz stilsichere Strafraumbeherrschung bei den gefährlichen Eckbällen des Gastgebers.

Verteidigung:

Miro Muheim: Note 5,0. Der U21-Nationalspieler lässt bei seinen Rushes durch das Mittelfeld immer wieder gleich mehrere Gegenspieler stehen, einige Male enteilen ihm aber auch Schürpf oder Ndiaye im Rücken.

Leonidas Stergiou: Note 5,5. Stets ruhig und abgeklärt gewinnt der junge Innenverteidiger viele Zweikämpfe, zahlreiche Kopfballduelle und ist gegen tief stehende Innerschweizer auch im Spielaufbau präsent. Sehr stark!

Yannis Letard: Note 5,0. Luzern spielt oft hoch und weit – meist kommt der Ball aber wie im Tischtennis umgehend zurück. Dies ist vor allem der Verdienst des französischen Innenverteidigers, der inzwischen zu einem der besten der Super League gereift ist.

Silvan Hefti: Note 5,5. Schaltet sich immer wieder im Angriff ein, trifft einige Male im gegnerischen Strafraum aber die falsche Entscheidung – der Mut zum Torschus fehlt beim zweifachen Saisontorschützen unbegründeterweise. Defensiv dafür eine Bank, auch in den Kopfballduellen im Vergleich zu den vorangegangenen Spielen viel resoluter.

Mittelfeld:

Victor Ruiz: Note 4,5. Spielt einen schönen Pass in den Strafraum, worauf Demirovic nur mit einem Foul zu stoppen ist. Ansonsten hat der Kreativspieler gegen aggressive Gegenspieler wenige auffällige Momente, weist aber wie immer ein hohes Laufpensum auf.

Jordi Quintillà: Note 6,0. Nachdem er im Heimspiel gegen Xamax noch aufgrund einer Gelbsperre fehlte, zeigt sich der Stratege im defensiven Mittelfeld wieder von seiner Schokoladenseite: Zwei Elfmetertore und ein Traum-Assist unterstreichen seine Dominanz.

Lukas Görtler: Note 5,5. Rennt, ackert sogar mit blutiger Nase und spielt auch noch viele schöne Pässe in die Spitze. In einer Mannschaft mit vielen Edeltechnikern setzt er die kämpferischen Akzente, ohne beim Spiel in Ballbesitz irgendwie abzufallen.

Sturm:

Cédric Itten: Note 5,5. Sein Pass auf Babic zum Führungstreffer in der zweiten Halbzeit ist schlichtweg Weltklasse – mit dem Aussenrist lässt er da die gesamte Luzerner Abwehr alt aussehen. Leitet zahlreiche weitere St. Galler Angriffe schön ein, kommt aber im Strafraum aufgrund seiner leicht zurückversetzen Rolle nur selten in Abschlussposition.

Boris Babic: Note 5,5. Eiskalt hämmert das Eigengewächs, letzte Saison noch Ersatzspieler bei Vaduz in der Challenge League, die Traumvorlage von Itten in das Luzerner Tor. Ist auch spielerisch stets involviert und bereitet einige weitere Angriffe schön vor.

Ermedin Demirovic: Note 5,0. Nachdem er erst im Abschluss sündigt, nutzt der Bosnier seine dritte Grosschance dann doch noch zum Endstand. Ist weniger ins Kombinationsspiel eingebunden als die anderen Offensivkräfte und hat dadurch gegen tief stehende Luzerner lange einen schweren Stand.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 5,3.

Fazit:

Obwohl die Innerschweizer sich im Vergleich zu ihren letzten Spielen stark verbessert zeigen, können auch die Angstgegner der Espen die Grün-Weissen nicht stoppen. In der zweiten Halbzeit spielen die St. Galler nämlich noch schneller als in der ersten, wodurch die teilweise unfair auftretenden Luzerner dann sogar zum Foulspiel zu spät kommen. Nach der gleichzeitigen Niederlage von Meister und Tabellenführer YB gegen Verfolger Basel rücken die Espen nach der 16. Runde sogar bis auf zwei Punkte an den Tabellenführer heran – in der Ostschweiz ist träumen erlaubt.  

(Johannes Graf)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Dezember 2019 05:53
aktualisiert: 2. Dezember 2019 06:04