Champions League

Ohne Ramos: Real scheitert mit Slapstick-Abwehr an Manchester City

8. August 2020, 06:37 Uhr
Gabriel Jesus und Manchester City verabschieden Real Madrid aus der Champions League
© KEYSTONE/AP/Oli Scarff
Im Gigantentreffen des Champions-League-Achtelfinals setzt sich Manchester City gegen Real durch. In Manchester und ohne Sergio Ramos unterliegt Madrid ein halbes Jahr nach dem Hinspiel erneut 1:2.

In der Schlussphase der spanischen Meisterschaft hatte Captain und Abwehrchef Sergio Ramos Real Madrid mit wichtigen Toren zum 34. Meistertitel geführt. Im Rückspiel des Achtelfinals der Champions League in Manchester fehlte der 34-Jährige nach seiner Roten Karte im Hinspiel dem Team an anderer Stelle. Ohne den Abwehrchef wirkte die Defensive der Königlichen nur selten sattelfest, dafür oft überfordert. Der Matchplan von Zinédine Zidane sah offenbar ein gepflegtes Aufbauspiel durch die Innenverteidiger Raphael Varane und Eder Militão vor, seine Spieler hielten stur daran fest, auch wenn dies immer wieder Probleme bedeutete.

In der 9. Minute stand einer dieser Aufbauversuche am Ursprung des Tores, das Real im Kampf um die Teilnahme am Finalturnier der Königsklasse in Lissabon früh unter Druck setzte. Varane liess sich an der rechten Strafraumkante des eigenen Sechzehners von Gabriel Jesus den Ball abluchsen, Raheem Sterling konnte am Fünfmeterraum ins leere Tor einschiessen. Nur einem glückhaften Umstand war es zuzuschreiben, dass das Heimteam bis zur Pause sämtliche weiteren spanischen Offerten ausschlug - und die Gäste dank Karim Benzema nach rund einer halben Stunde gar zurück in die Partie fanden. Der 32-jährige Franzose verwandelte eine Flanke von Rodrygo per Kopf zu seinem fünften Champions-League-Tor.

Real und Zidanes Hoffnung, den Kopf trotz der ungenügenden Defensivleistung doch noch aus der Schlinge zu ziehen, endete in der 68. Minute mit einem weiteren Fehler des Franzosen Varane. Einen vermeintlichen Notfall-Pass kriegte Ramos' Stellvertreter als Abwehrchef erst nicht richtig geklärt, dann nicht zu Goalie Thibaut Courtois gespielt, was Gabriel Jesus zum 2:1 verhalf.

Juventus Turin bleibt an Lyon hängen

Manchesters Gegner im Viertelfinale am Samstag in einer Woche heisst etwas überraschend Lyon. Die Franzosen verwalteten den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel vom Februar beim Rückspiel in Turin gegen den italienischen Meister Juventus und qualifizierten sich trotz einer 1:2-Niederlage für das Finalturnier in Portugal. In einer wohl ungewollten Hauptrolle agierte in Turin das Schiedsrichtergespann um den Deutschen Felix Zwayer. Sowohl der Führungstreffer der Franzosen durch Memphis Depay (12.) per Foulpenalty als auch der Ausgleich durch Cristiano Ronaldo (43./Handspenalty) kamen aufgrund von Fehleinschätzungen der Unparteiischen zustande.

Für Juve-Coach Maurizio Sarri könnte das frühe Ausscheiden aus der Königsklasse Folgen haben. Bereits vor dem Achtelfinal-Rückspiel war über die Zukunft des 61-jährigen Neapolitaners in Turin spekuliert worden. Obwohl Sarri einen offensiveren Spielstil als etwa Vorgänger Massimiliano Allegri pflegt, sollen sich nicht wenige in Turin den alten Coach an die Seitenlinie zurück wünschen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. August 2020 23:05
aktualisiert: 8. August 2020 06:37