Petkovic wirft Behrami aus Nati

Laurien Gschwend, 6. August 2018, 20:57 Uhr
Der Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic sorgt für einen unerwarteten Coup. Er verzichtet in Zukunft auf die Dienste von Valon Behrami.

Weil sich die Spitze des Schweizerischen Fussballverbandes bisher nicht zu einer Erklärung durchzuringen vermochte, schossen die Meldungen rund um die Nationalmannschaft ins Kraut. So war zu vernehmen, dass neben Behrami von Petkovics Beschluss auch Captain Stephan Lichtsteiner, Johan Djourou und Gelson Fernandes betroffen seien. Gegenüber dem Tessiner Fernsehen RSI erklärte Petkovic die Massnahme mit einem Neuaufbau der Equipe. Dass Lichtsteiner, Djourou und Fernandes in Zukunft ebenfalls kein Aufgebot mehr erhalten werden, dementierte der Nationalcoach allerdings.

«Meine internationale Karriere ist zu Ende»

Die Meldungen über seine Ausbootung hatte Behrami selber ins Rollen gebracht. Kurz nach 19 Uhr verbreitete er auf Twitter die Nachricht, die in der Schweiz grosses Erstaunen auslöste. «Meine internationale Karriere ist zu Ende», schrieb der Tessiner auf Twitter. «Vladimir Petkovic hat mich heute Mittag angerufen», sagte der Mittelfeldspieler, der 83 Mal für die Schweiz aufgelaufen ist, beim Tessiner Fernsehen RSI. «Ich hatte gedacht, es sei ein Anruf aus Höflichkeit. Aber nein. Er telefonierte, um mir zu sagen, dass ich nicht mehr in dieser Mannschaft spielen werde.»

«Keine Ahnung von Fussball»

Behrami glaubt den Grund für seinen Rauswurf zu wissen. «Seit Jahren habe ich mehr und mehr Verantwortung in der Equipe übernommen. Ich bin überzeugt, dass dies ein politischer Entscheid war. Da kann der Trainer sagen, was er will. Der Entscheid wurde durch eine Person getroffen, die von Fussball keine Ahnung hat.»

Zusammenhang mit Doppelbürger-Debatte?

Behrami sieht seinen Rauswurf im Zusammenhang mit den Vorkommnissen während der Weltmeisterschaft in Russland. Da war die Doppeladler-Affäre rund um Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, die nach ihren Toren zum 2:1-Sieg im Gruppenspiel gegen Serbien mit ihren Gesten auf ihre albanische Herkunft hinwiesen. Da waren aber auch die unglücklichen Aussagen von Alex Miescher. Der Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes hatte in einem Interview die Frage aufgeworfen, ob Doppelbürger in der Schweizer Mannschaft ihre Spielberechtigung haben – und hatte damit eine nicht enden wollende Debatte ausgelöst.

Laurien Gschwend
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 6. August 2018 19:16
aktualisiert: 6. August 2018 20:57