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Schweiz gewinnt 2:1 gegen Tschechien – Ligaerhalt gesichert

Nations League

Schweiz gewinnt 2:1 gegen Tschechien – Ligaerhalt gesichert

28.09.2022, 07:04 Uhr
· Online seit 27.09.2022, 20:06 Uhr
Die Schweizer Nati gewinnt in St.Gallen das letzte Gruppenspiel der Nations League gegen Tschechien mit 2:1. Damit verbleiben die Schweizer in der stärksten Gruppe A und verhindern den Abstieg. Held des Abends ist Yann Sommer mit einem gehaltenen Penalty.
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Im 100. Länderspiel von Ricardo Rodriguez und am 30. Geburtstag von Captain Granit Xhaka benötigte die Schweiz gegen die auf dem Papier aufgrund einer Flut von Ausfällen deutlich unterlegenen, im ersten Vergleich in Prag aber siegreichen Tschechen eine ordentliche Portion Glück und einen abermals glänzend aufgelegten Yann Sommer, um sich durchzusetzen.

Gleich dreimal trafen die Gäste gegen die offensiv eingestellten Schweizer die Torumrandung, dazu parierte Sommer seinen fünften Penalty in Folge im Nationaldress aus dem Spiel heraus. Die Schweizer Tore durch Remo Freuler und Breel Embolo fielen durch einen Doppelschlag innerhalb von 73 Sekunden.

Nachlässig begonnen, plötzlich hellwach

Dass die Schweizer gegen die robusten Tschechen vor gut 15'000 Zuschauern im kühl-nassen St. Galler Herbstwetter kein leichtes Spiel haben würden, zeichnete sich früh ab. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin begann etwas unkonzentriert und nachlässig – und war plötzlich hellwach.

Innert Kürze zog sie nach einer halben Stunde und einigen überstanden brenzligen Momenten auf 2:0 davon. Zuerst köpfelte Freuler eine Flanke von Xherdan Shaqiri aus vier Metern ins Netz. Kurz darauf fing Breel Embolo einen haarsträubenden Pass des Tschechen Lukas Kalvach ab, zog Richtung Tor und erhöhte mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze.

Wiederholt in Bedrängnis

Mit der schnellen Doublette übertünchten die Schweizer die Probleme, die sie gegen die grossgewachsenen Tschechen im Spiel nach hinten hatten. Wiederholt, und wesentlich öfter als die Spanier am Samstag, kamen die Tschechen zu gefährlichen Kontern und weiteren guten Offensivszenen. Dabei musste Tschechiens Nationalcoach Jaroslav Silhavy wegen des verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfalls von 14 Spielern ordentlich improvisieren.

Nach acht Minuten traf der mit seiner guten Technik herausstechende Adam Vlkanova mit dem bereits dritten Torschuss der Tschechen aus 20 Metern die Latte. In der 42. Minute hämmerte Vladimir Coufal den Ball per Dropkick an den Aussenpfosten. Und in der 88. Minute prallte ein Kopfball von Jan Kuchta vom Pfosten zurück. Zum Penalty für die Tschechen führte nach einer Stunde ein Foul von Nico Elvedi. Sommer wählte die rechte untere Ecke, und parierte den Schuss von Tomas Soucek.

Ein anderes Mal musste Yann Sommer bei einem Konter mit einer starken Parade gegen Vaclav Cerny glänzen, um das erste Gegentor zu verhindern, das Patrik Schick kurz vor der Halbzeitpause schliesslich nach einem Angriff über die linke Seite mit einer Direktabnahme doch erzielte.

3:1 von Vargas zählt nicht

Erst mit fortschreitender zweiter Halbzeit ergaben sich den Schweizern zusehends Räume für Konter. Einen solchen vertändelte Renato Steffen in der Nachspielzeit und vollendete Ruben Vargas in der 73. Minute sehenswert. Der Treffer zählte aber nicht, weil Vargas knapp aus dem Abseits gestartet war.

Drei Tage nach dem historischen ersten Sieg in Spanien wich Yakins Startformation nur auf einer Position von jener in Saragossa ab. Den Platz des Gelbgesperrten Manuel Akanji in der Innenverteidigung neben Nico Elvedi nahm wie erwartet Fabian Schär ein. Zeki Amdouni und Ardon Jashari kamen in der Schlussphase wie Dan Ndoye gegen Spanien zu ihren Länderspiel-Debüts. Bei den Tschechen, die in der Abwehr zum ersten Mal seit der EM von der Dreierkette abwichen, hütete der Ex-Basler Tomas Vaclik zum 52. Mal das Tor.

So ähnlich die Formation war, so unterschiedlich war die Herangehensweise der Schweizer im letzten Spiel vor dem Abflug auf die arabische Halbinsel. Hatten sie den Spaniern das Spieldiktat überlassen und sich darauf konzentriert, den Gegner von der gefährlichen Zone fernzuhalten, betrieben sie gegen den Aussenseiter Tschechien ein offensiveres Pressing und glich die Aufstellung im Vorwärtsgang öfter einem 4-3-3.

(sda/rio.)

veröffentlicht: 27. September 2022 20:06
aktualisiert: 28. September 2022 07:04
Quelle: sda

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