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Nationalmannschaft

Schweizer Jubel bei der Passkontrolle

22. Juni 2021, 16:20 Uhr
Die Schweizer erfahren am Montag kurz nach der Landung in Rom von der Achtelfinal-Qualifikation. Nun ist der Blick nach vorne erlaubt, und ein neues Warten beginnt: auf den nächsten Gegner.
Warten auf den nächsten Gegner: Breel Embolo (rechts) und Captain Granit Xhaka.
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Alle Wege führen nach Rom. Die Schweizer mussten einen strapaziösen in Kauf nehmen, um nach der Vorrunde wieder in ihrem Hauptquartier trainieren und sich auf einen Achtelfinal vorbereiten zu können. Sportlich war es eine Berg- und Talfahrt durch die Vorrunde. Logistisch mussten sie viele Flugkilometer und am Montag eine mehrstündige Panne vor dem Rückflug aus Baku erdulden. «Eigentlich sind wir uns das Reisen gewohnt, aber jetzt sind wir froh, dass für ein paar Tage Ruhe einkehrt», sagte Verteidiger Loris Benito am Dienstag auf dem Trainingsgelände «Tre Fontane».

Am Tag zuvor hatten er und seine Kollegen wegen eines technischen Defekts an der Maschine am Flughafen in Baku drei Stunden auf dem Rollfeld warten müssen. Irgendwann durften die Schweizer immerhin das Flugzeug verlassen - um statt in der stickigen Kabine im grellen Sonnenlicht zu warten. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt auch deshalb etwas angespannt, weil noch nicht sicher war, ob der 3. Platz mit seinen vier Punkten reichen würde für die Achtelfinals.

Erst Mini-Ziel erreicht

Die Anspannung wich spät abends kurz nach der Landung in Rom. Gerade als die Schweizer die Passkontrolle passierten, kam die frohe Botschaft aus Kopenhagen und St. Petersburg. Die Resultate aus der Gruppe B sicherten der Schweiz definitiv den Platz in der K.o-Phase. In Euphorie verfallen seien sie deshalb nicht, erzählte Breel Embolo später. «Wir haben ein Mini-Ziel erreicht, mehr noch nicht. Aber im Achtelfinal zu sein zeigt uns, dass wir vieles richtig gemacht haben.»

Zum vierten Mal in Folge stehen die Schweizer an einer WM oder EM unter den Top 16. Das haben sonst nur Weltmeister Frankreich und die Weltnummer 1 Belgien geschafft. Allein dieser Fakt beweist, dass dies nicht als selbstverständlich hingenommen werden darf. Embolo versichert aber auch, dass es damit noch nicht getan sein soll. «Wir waren enttäuscht nach dem Spiel gegen Wales, weil wir nur unentschieden gespielt haben. Wir waren nicht zufrieden nach dem Spiel gegen die Türkei, weil wir nicht hoch genug gewonnen haben, um uns direkt zu qualifizieren. Diese Mannschaft ist hungrig. Sie gibt sich nicht so schnell zufrieden.»

Warten auf den Gegner

In den Achtelfinals wartet nun ein grosser Brocken: Wahrscheinlich ist es der Sieger aus der Gruppe F, also Frankreich, Deutschland oder Portugal. «Jetzt können wir zurücklehnen und schauen, was uns der Spielplan bringt. Wir mussten warten, bis wir die Qualifikation sicher hatten, jetzt warten wir eben nochmals, bis der Gegner bekannt ist», sagte Benito.

Einen Lieblingsgegner wollen die Schweizer nicht haben. Embolo: «Wir sind sicher nicht der grosse Favorit in diesem Achtelfinal, weil das Teams sind mit viel Potenzial, die zu den EM-Favoriten gehören. Aber das heisst nicht, dass wir nicht unter grossem Druck stehen. Wir wollen bestehen und zeigen, dass auch wir stark sind. Wir gehen nicht in dieses Spiel, nur um dabei zu sein.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. Juni 2021 16:20
aktualisiert: 22. Juni 2021 16:20