Super League

Sechs Teams können ihrer Sache nicht sicher sein

21. März 2021, 21:49 Uhr
Es ist bewundernswert, was Trainer Mario Frick aus seiner Vaduzer Mannschaft herausholt.
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Die Tabelle der Super League zeigt auch nach der 26. Runde ein sonderbares Bild. 20 Punkte sind es zwischen YB und dem drittplatzierten Lugano, 10 Punkte zwischen Lugano und Schlusslicht Vaduz.

Die Young Boys, die sich nicht mehr vom Weg zum vierten Meistertitel am Stück werden abbringen lassen, haben mit dem 4:0-Heimsieg über den FC Zürich ihre schwächste Phase dieser Meisterschaft hinter sich gelassen. In dieser «schwächsten Phase» haben die Berner kein einziges Mal verloren, aber viermal nacheinander unentschieden gespielt. Eine Minikrise auf dem Niveau der klar besten Mannschaft der Liga.

Wie viel von seinem einst grossen Vorsprung hat das Team von Trainer Gerardo Seoane unter dem Strich durch die vier Unentschieden und nach dem Sieg gegen Zürich eingebüsst? Überhaupt nichts. Im Gegenteil, der Abstand zur Konkurrenz ist in diesen fünf Runden mit acht Punktverlusten von 18 auf 20 Punkte angewachsen.

Genau dies ist das Eigenartige an der Super League 2020/21. Es gibt keine Mannschaft, die bereit zu sein scheint, allfällige Schwächen oder kleine Stolperer der Young Boys für sich zu nutzen. Wer immer gerade Zweiter oder Dritter ist, gibt seinerseits Punkte ab.

Servette gewann zuletzt vier Spiele in Folge. Es war die beste Serie einer Mannschaft nach den sechs Siegen, die YB um die Winterpause herum einfuhr. Aber die Servettiens benötigten diese Siege, um sich zuerst einmal vom unteren Mittelfeld an Basel vorbei an die 2. Stelle zu verbessern. Kaum in der Position des ersten «Verfolgers» angelangt, verloren die Genfer am Sonntag zuhause gegen Vaduz 1:2.

Trainer Alain Geiger rotierte auf ein paar Positionen. Dem zweiten Torhüter Joël Kiassumbua unterlief ein verheerender Fehler, den die Liechtensteiner für das 1:0 nutzten. Man weiss nicht, ob Jérémy Frick, der erste Torhüter, diesen Bock auch geschossen hätte. Wohl eher nicht. Jedenfalls verpassten die Genfer eine goldene Gelegenheit, sich um vier und mehr Punkte vom breiten Feld abzusetzen.

Der FC Vaduz, von vielen vor der Saison als sicherer Direktabsteiger gehandelt, belebt die Liga weiterhin auf erfreuliche Art. Die Mannen von Trainer Mario Frick lassen sich nicht abschütteln. Wenn auch noch der FC Sion nach der jetzt folgenden Nati-Pause unter dem neuen Trainer Marco Walker zulegen wird - mit dem 1:1 in Luzern ist der Anfang vielleicht schon gemacht -, könnten bald noch verschiedene weitere Mannschaften in Abstiegsgefahr geraten. Konkret sind dies St. Gallen, der Zweite der letzten Saison, Luzern, Zürich und Lausanne Sport. Sie alle liegen zwischen sechs und acht Punkten vor Sion/Vaduz. Servette, Lugano und Basel dürften aus dem Schneider sein. Aber sicher ist selbst dies nicht.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. März 2021 21:49
aktualisiert: 21. März 2021 21:49