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WM-Qualifikation

Serbien überrumpelt Portugal in den Schlussminuten

15. November 2021, 05:33 Uhr
Kroatien, Spanien und Serbien reisen zur WM 2022 in Katar. Während die Kroaten von einem Eigentor Russlands profitieren, erfüllt Spanien glanzlos die Pflicht. Und die Serben düpieren Portugal spät.
Russlands Goalie Matwej Safonow klärt den Ball auf dem nassen, schwer bespielbaren Terrain
© KEYSTONE/AP/Darko Bandic

Das Estadio da Luz in Lissabon war bis auf den letzten Platz gefüllt. 65’000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren am Sonntagabend gekommen. Erwartungsfroh und zuversichtlich, dass es für den Europameister von 2016 klappen würde mit der Qualifikation für die WM 2022 in Katar. Und es waren noch keine zwei Minuten gespielt, als diese Zuversicht noch wuchs. Renato Sanches eroberte den Ball nach einem umstrittenen Zweikampf und bezwang Serbien-Goalie Predrag Rajkovic zur Führung. Die Serben liessen sich ob dieses frühen Rückschlags indes nicht entmutigen, und wurden nach einer halben Stunde für ihren Aufwand belohnt.

Dusan Tadic schloss von der Strafraumgrenze ab. Portugals-Torhüter Rui Patricio liess den Ball passieren, der aber von einem Verteidiger noch abgelenkt worden war. In der Folge erarbeitete sich das Team von Dragan Stojkovic immer wieder Möglichkeiten. Und die Portugiesen, bei denen Cristiano Ronaldo eine unauffällige Partie spielte, konzentrierten sich je länger je mehr aufs Verwalten des Unentschiedens, das ihnen für die Qualifikation reichen würde.

Doch die Passivität Portugals wurde bestraft. Die 90. Minute war angebrochen, als Tadic eine scharfe Flanke zur Mitte schlug, und Aleksandar Mitrovic sorgte mit seinem Kopfball für die späte Wende zugunsten der Serben, die sich zum dritten Mal nach 2010 und 2018 für eine WM qualifizieren.

Schwedens vergebene Chancen

In der Gruppe B war das Geschehen deutlich weniger dramatisch. Spanien kontrollierte die Partie gegen Schweden, im Wissen, dass dem Weltmeister von 2010 ein Unentschieden für das Ticket nach Katar reichen würde. Die Schweden, die bis zum Ausrutscher am vergangenen Donnerstag in Georgien (0:2) noch Tabellenführer waren, zeigten sich aber bemüht und kamen durch Emil Forsberg von Leipzig zu zwei ausgezeichneten Möglichkeiten. Auch Alexander Isak hatte den Exploit noch auf dem Fuss, doch als die Skandinavier weit aufgerückt waren, nutzte Alvaro Morata in den Schlussminuten den Platz für die endgültige Entscheidung und den Treffer zum 1:0. Der Stürmer von Juventus Turin war nach einem Lattenschuss von Dani Olmo zur Stelle und schob den Ball über die Linie.

Eigentor hilft Kroatien

Kroatien überflügelte schliesslich im dritten «Finalspiel» in der Gruppe H Russland. Die Kroaten gewannen in Split eine taktisch geprägte Partie 1:0. Die Kroaten waren allerdings auf die Hilfe der Russen angewiesen. Auf dem schwer bespielbaren, regengetränkten Terrain in Split tat sich das Heimteam lange schwer. Auch weil Russland meist mit neun Spielern am eigenen Strafraum wartete und keine Anstalten machte, offensiv in Erscheinung treten zu wollen. Das hatte die Mannschaft von Valeri Karpin auch nicht nötig, war sie doch mit zwei Punkten Vorsprung in diese entscheidende Partie gestiegen.

Doch in der 81. Minute unterlief Fjodor Kudrjaschow ein schwerwiegendes Missgeschick. Der Verteidiger lenkte eine Flanke ins eigene Tor ab und sorgte bei den kroatischen Fans für ekstatischen Jubel. Das folgende Anrennen der Sbornaja blieb unbelohnt, womit sie sich über die Playoffs einen Platz an der WM sicher muss.

Für Kroatien, den Vizeweltmeister von 2018, ist es die sechste Teilnahme an einer WM-Endrunde, und erst zum zweiten Mal schafft es dabei die direkte Qualifikation.

Nordmazedonien in den Playoffs

In der Gruppe J gewann Deutschland, dessen WM-Teilnahme schon länger feststeht, auswärts in Armenien 4:1 und bescherte damit Bundestrainer Hansi Flick im siebten Spiel den siebten Sieg. Manchester-City-Akteur Ilkay Gündogan zeichnete sich gegen die Armenier als Doppeltorschütze aus. Der Playoffplatz in dieser Gruppe ging an Nordmazedonien, das sich nach zwischenzeitlichem Ausgleich souverän 3:1 gegen Island durchsetzte. Damit blieb der 2:0-Erfolg Rumäniens, das Nordmazedonien bei einem Punktverlust noch hätte überholen können, ohne Wert.

Telegramme und Tabelle:

Gruppe A:

Luxemburg - Irland 0:3 (0:0). - Luxemburg. - SR Bognar (HUN). - Tore: 67. Duffy 0:1. 75. Ogbene 0:2. 88. Robinson 0:3. - Bemerkung: Luxemburg mit Martins (Young Boys).

Portugal - Serbien 1:2 (1:1). - Lissabon. - SR Orsato (ITA). - Tore: 2. Sanches 1:0. 33. Tadic 1:1. 90. Aleksandar Mitrovic 1:2.

1. Serbien 8/20 (18:9). 2. Portugal 8/17 (17:6). 3. Irland 8/9 (11:8). 4. Luxemburg 8/9 (8:18). 5. Aserbaidschan 8/1 (5:18). - Serbien qualifiziert.

Gruppe B:

Griechenland - Kosovo 1:1 (1:0)

Athen. - SR Kulbakov (BLR). - Tore: 44. Masouras 1:0. 76. Rrahmani 1:1. - Bemerkungen: Kosovo mit Aliti (Zürich) und Fazliji (St. Gallen), ab 46. mit Zhegrova (Basel), ohne Mirlind Kryeziu (Zürich) und David Domgjoni (Luzern).

Spanien - Schweden 1:0 (0:0)

Sevilla. - SR Brych (GER). - Tor: 86. Morata 1:0.

Spanien: Simon; Azpilicueta, Laporte, Torres, Alba; Gavi (90. Mendez), Busquets, Soler (73. Merino); Sarabia (60. Morata), Raul de Tomas (60. Rodrigo), Olmo (90. Rodri).

1. Spanien 8/19 (15:5). 2. Schweden 8/15 (12:6). 3. Griechenland 8/10 (8:8). 4. Georgien 8/7 (6:12). 5. Kosovo 8/5 (5:15). - Spanien qualifiziert.

Gruppe H:

Kroatien - Russland 1:0 (0:0)

Split. - SR Makkelie (NED). - Tore: 81. Kudrijaschow (Eigentor) 1:0.

Malta - Slowakei 0:6 (0:3)

Ta' Qali. - SR Jovic (CRO). - Tore: 6. Rusnak 0:1. 8. Duda 0:2. 16. Rusnak 0:3. 69. Duda 0:4. 72. De Marco 0:5. 81. Duda 0:6. - Bemerkungen: 47. Gelb-rote Karte gegen Camenzuli (Malta). 51. Gelb-rote Karte gegen Teuma (Malta).

Slowenien - Zypern 2:1 (0:0)

Ljubljana. - SR Ivanov (RUS). - Tore: 48. Zajc 1:0. 84. Gnezda Cerin2:0. 89. Kakoulis 2:1. - Bemerkungen: Slowenien bis 94. mit Celar und ab 31. mit Lovric (beide Lugano).

1. Kroatien 10/23 (21:4). 2. Russland 10/22 (19:6). 3. Slowakei 10/14 (17:10). 4. Slowenien 10/14 (13:12). 5. Zypern 10/5 (4:21). 6. Malta 10/5 (9:30). - Kroatien qualifiziert, Russland in den Playoffs.

Gruppe J:

Armenien - Deutschland 1:4 (0:2)

Jerewan. - SR Letexier (FRA). - Tore: 15. Havertz 0:1. 45. Gündogan (Foulpenalty) 0:2. 50. Gündogan 0:3. 59. Mchitarjan 1:3. 64. Hofmann 1:4.

Deutschland: ter Stegen; Tah, Kehrer, Ginter; Gündogan (60. Arnold), Raum, Sané (60. Brandt), Hofmann (84. Baku), Neuhaus (73. Volland); Müller (60. Nmecha), Havertz.

Liechtenstein - Rumänien 0:2 (0:1). - Vaduz. - SR Jug (SLO). - Tore: 8. Man 0:1. 87. Bancu 0:2. - Bemerkung: 35. Stanciu (Rumänien) verschiesst Penalty.

Nordmazedonien - Island 3:1 (1:0). - Skopje. - SR Massa (ITA). - Tore: 7. Alioski 1:0. 54. Thorsteinsson 1:1. 65. Elmas 2:1. 87. Elmas 3:1. - Bemerkung: 79. Gelb-rote Karte gegen Johannesson (Island).

1. Deutschland 10/27 (36:4). 2. Nordmazedonien 10/18 (23:11). 3. Rumänien 10/17 (13:8). 4. Armenien 10/12 (9:20). 5. Island 10/9 (12:18). 6. Liechtenstein 10/1 (2:34). - Deutschland qualifiziert, Nordmazedonien in den Playoffs.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. November 2021 23:25
aktualisiert: 15. November 2021 05:33