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Super League

Servette zog YB zwischenzeitlich den Stecker

13. Dezember 2020, 20:40 Uhr
Die Young Boys kassieren gegen Servette die erste Heimniederlage seit über zwei Jahren. Mehr als ein ohnehin unvermeidlicher Unfall ist das 1:2 im Wankdorf allerdings kaum.
Frust abwischen und weiter gehts: Nicolas Moumi Ngamaleu und YB dürften das 1:2 gegen Servette rasch abhaken.
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

YB-Trainer Gerardo Seoane ist ein Sportsmann. Nachdem Schiedsrichter Stefan Horisberger die erste Berner Niederlage seit über zwei Jahren im Wankdorf-Stadion mit seinem Schlusspfiff besiegelt hatte, nahm der 42-Jährige das Resultat rasch zur Kenntnis, drehte sich ab und gratulierte seinem Gegenüber, Servette-Trainer Alain Geiger, zum Sieg. Das 1:2 schien Seoane, der mit der NZZ am Sonntag eben noch über die Wichtigkeit der Selbstkontrolle eines Trainers gesprochen hat, nicht augenfällig aufzuregen.

Womöglich, weil man die Berner Niederlage als einfachen Unfall abhaken kann. Vielleicht aber auch, weil die wichtigen Tage der Saison erst folgen. Bereits am Montag wird für YB das sonntägliche Spiel an Bedeutung verlieren, wenn der Europacup wieder in den Fokus rückt. Ab 13 Uhr ermittelt die UEFA an ihrem Sitz in Nyon die Sechzehntelfinal-Paarungen der Europa League. Als eines von 16 ungesetzten Teams dürfen die Berner auf Gegner wie Milan, Arsenal, Tottenham Hotspur oder Bayer Leverkusen hoffen. Nur um auch dieses Ergebnis sogleich wieder aus dem Kopf zu verbannen.

Denn während die K.o.-Phase der Europacup-Wettbewerbe wie gewöhnlich erst im neuen Jahr startet, geht es in der Liga für den Meister Schlag auf Schlag weiter. Sofern das Coronavirus den Spielplan der Swiss Football League nicht wieder durcheinander bringt, heissen die nächsten Gegner der Young Boys in den kommenden neun Tagen Basel, Lugano und St. Gallen. Gestaltet Seoane mit seinem Team die Partie am Mittwoch beim FCB erfolgreich, und gewinnt YB danach auch gegen Lugano (Samstag) und St. Gallen (Dienstag, 22. Dezember), bleibt vom Servette-Unfall also nichts zurück.

Vielleicht habe es diese Niederlage gegen die Genfer sogar gebraucht, mutmasste YB-Angreifer Christian Fassnacht. «Siegen, Siegen, Siegen ist nicht selbstverständlich. Man muss etwas dafür leisten», so der 27-Jährige. Wenn das Spiel gegen Servette tatsächlich als Berner Lehrstunde dienen sollte, kam sie keinen Moment zu spät, und rechtzeitig vor einer möglicherweise entscheidenden Phase der Meisterschaft.

Was Fassnacht und auch Seoane trotzdem zu denken geben dürfte, war der unbegreifliche Leistungsabfall nach dem überraschenden 0:1. Ein Tor - und die Genfer zogen dem Meister den Stecker. Erst mit Felix Mambimbis Anschlusstor zum 1:2 sechs Minuten vor dem Ende kehrte Leben in die Berner Reihen zurück. «Wie wir so aus dem Tritt geraten, müssen wir analysieren», fand Fassnacht.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Dezember 2020 20:40
aktualisiert: 13. Dezember 2020 20:40