Stéphane Henchoz tritt schwierige Mission an

10. Februar 2019, 07:39 Uhr
Gelingt Stéphane Henchoz in Neuenburg das Unmögliche?
Gelingt Stéphane Henchoz in Neuenburg das Unmögliche?
© KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD
Stéphane Henchoz muss einen knatternden Döschwo in einen soliden Käfer verwandeln. Gelingt dies dem neuen Cheftrainer nicht, wird Neuchâtel Xamax nach nur einer Saison aus der Super League absteigen.

Die Resultate der letzten zwei Spiele in der Super League sind nicht der Massstab, denn gegen YB haben in den letzten Monaten auch die meisten anderen Mannschaften verloren. Ab sofort jedoch müssen sich die Neuenburger Woche für Woche messen lassen. Zuerst geht es am Sonntagnachmittag gegen Luzern. In den 16 Runden bis zum Saisonende müssen sie mindestens vier Punkte - gegenüber dem derzeitigen Vorletzten GC - aufholen.

Man hat oft gesehen, dass Trainerwechsel einen kurzfristigen positiven Effekt haben. Vielleicht fährt der vormalige Assistent Stéphane Henchoz als Nachfolger des abgesetzten Michel Decastel am Sonntag tatsächlich den seit Ende September ersehnten dritten Saisonsieg in der Meisterschaft ein. Nachher aber müssten die Xamaxiens regelmässiger und viel häufiger Punkten, als sie es im Herbst getan hatten. Mit den auf Leihbasis getätigten Zuzügen von Geoffroy Serey Dié und Afimico Pululu (beide vom FC Basel) müsste das Kader hinten wie vorne stärker geworden sein. Dennoch dürfte Xamax auch jetzt noch der Döschwo der Super League sein. Stéphane Henchoz wäre ein wunderbarer Retter oder gar ein Zauberer, wenn er mit der Mannschaft eine oder - um der wieder eingeführten Barrage gegen den Zweiten der Challenge League zu entgehen - zwei andere Mannschaften überholen würde.

In einem kurzen Interview schildert der 44-jährige Altinternationale und gebürtige Freiburger die Eindrücke der wenigen Tage, in denen er schon im Amt ist.

Stéphane Henchoz, wie sind die ersten Tage verlaufen, in denen Sie Cheftrainer sind?

«Wir hatten nicht viel Zeit. Am Dienstag war ich bis 12.25 Uhr auf dem Platz. Ich wusste nicht, dass mir der Präsident 35 Minuten vorschlagen würde, die erste Mannschaft zu übernehmen. Es war eine Überraschung und ein Schock zugleich. Wir mussten es verdauen, aber wir hatten noch den Rest des Tages Zeit dafür. Am Mittwoch haben wir uns mit einer zweifachen Trainingseinheit an die Arbeit gemacht. Ich bin sehr, sehr, sehr zufrieden mit der Arbeit, die wir machen konnten. Die Spieler waren sehr aufnahmefähig. Sie haben sich ins Zeug gelegt. Achtung, ich will damit nicht sagen, dass sich die Spieler vorher nicht engagiert haben. Ich will hier nicht falsch interpretiert werden.»

Welche Prioritäten setzen Sie in Ihrer Arbeit?

«Die Spieler müssen das Vertrauen zurückbekommen. Sie müssen auf ihre Leistung vertrauen, aus der dann positive Ergebnisse herausschauen können.»

Aber bei Xamax waren bisher ja gerade die Resultate das Problem, weniger die Leistungen.

«Ich spreche von Leistung im Allgemeinen. In einem Spiel hat man theoretisch während der Hälfte der Zeit den Ball. In dieser Zeit konnten wir bisher ein Spiel aufziehen und Tore erzielen. Aber wir haben ein Problem mit den andern 50 Prozent der Spielzeit. Wir müssen solider werden. Dies ist unsere grösste Baustelle. Aber ich bin überzeugt, dass wir die Mittel haben, alles zu unseren Gunsten zu drehen.»

Quelle: SDA
veröffentlicht: 10. Februar 2019 07:10
aktualisiert: 10. Februar 2019 07:39