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Irre Geschichte

Vize-Präsi von Suriname: Drogenschmuggler, Bankräuber – und Fussball-Captain

23. September 2021, 12:35 Uhr
Die Geschichte wird immer verrückter: Der international wegen Drogenhandels gesuchte Vize-Präsident von Suriname ist Besitzer eines Fussballclubs. Am Dienstag stellt sich der 60-Jährige gleich selbst als Captain auf – und verteilt nach dem Spiel Geld in der Kabine des Gegners.
Vize-Präsident, Club-Besitzer, Captain: Ronnie Brunswijk.
© JusticeColde/Twitter

Dass die Besitzer von Fussballclubs manchmal ein bisschen exzentrisch sein können, ist nicht wirklich neu. Dass sie öfters auch mal versuchen, sich in die Arbeit des Trainers einzumischen, ist ebenfalls bekannt. Doch der Vize-Präsident von Suriname – selbst ein Club-Besitzer – schiesst den Vogel ab.

Ronnie Brunswijk (60) ist seit 2020 im Amt als Vize-Präsident. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er kauft sich den Fussballclub Inter Moengotapoe. Dass dort auch einer seiner Söhne spielt, ist wohl eher Zufall. Schliesslich soll Brunswijk «mindestens 50 Kinder» haben, so die «New York Times».

Schillernde Persönlichkeit

Im Portrait der «Times» wird Brunswijk als «ehemaliger Fallschirmjäger, Fussballspieler, gesuchter Bankräuber, Guerillakämpfer und Gold-Baron» bezeichnet.

Am Dienstag spielte nun sein Club in der CONCACAF Liga – dem Equivalent der Europa League in Nordamerika und der Karibik – gegen Olimpia aus Honduras. Und sagen wir mal so: Das Resultat war eher nebensächlich.

Über eine Halbzeit im Einsatz

Brunswijk stellte sich nämlich gleich selbst auf. Als Captain.

Der 60-Jährige trug die Nummer 61. Wirklich verausgabt hat er sich auf dem Platz nicht wirklich, wenn man sich die Bilder des Spiels anschaut.

Nach 54 Minuten liess sich der Vize-Präsident Surinames auswechseln. Für ihn kam «zufällig» sein Sohn ins Spiel. Dass sein Team gleich mit 0:6 untergegangen ist, war zu diesem Zeitpunkt bereits nebensächlich.

Geld für den Gegner

Nur: Die Geschichte ist hier noch nicht fertig. Nach dem Spiel ist Brunswijk offenbar in die Kabine des Gegners gegangen und hat sich ein paar neue Freunde gemacht. Bilder zeigen, wie er jedem Gegner ein 100-Dollar-Nötli in die Hand drückt. Als Dank bekommt er ein Olimpia-Shirt.

Wer jetzt hofft, dass es im Rückspiel nächste Woche ähnliche Szenen geben wird, muss leider enttäuscht werden. Der Vize von Suriname kann nicht ausreisen. Er wird international wegen Drogenhandels gesucht.

(rr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. September 2021 07:42
aktualisiert: 23. September 2021 12:35