Super League

Wer YB ein- und überholen will, benötigt Konstanz

20. Dezember 2020, 21:40 Uhr
Maurizio Jacobacci: Kann seine Tessiner Mannschaft den Gegner stark genug unter Druck setzen?
© KEYSTONE/ANTHONY ANEX
In der 13. Runde der Super League hätten die Herausforderer auf Meister YB Boden gutmachen können. Aber am Ende sieht es für die Berner noch ein bisschen besser aus.

In den ersten 13 Runden der neuen, durch das Coronavirus durcheinandergebrachten Saison haben sich die Young Boys wie schon in den vorangegangenen drei ganzen Saisons als die konstanteste Mannschaft im Schweizer Fussball erwiesen. Sie gewannen am meisten und verloren am wenigsten Spiele. Und ohne dass ihr Trainer Gerardo Seoane nach jedem Match zufrieden gewesen wäre, legten sie sukzessive einen Abstand zwischen sich und die Konkurrenz: 4 Verlustpunkte Reserve auf Lugano, 5 auf St. Gallen und sogar 8 auf den selbsterklärten Titelanwärter Basel. Die Berner eröffneten der Gegnerschaft Chancen, näher an sie heranzukommen. Zuerst mit dem 1:2 gegen Servette, der ersten Heimniederlage seit Anfang Oktober 2018, und am Wochenende mit dem 2:2 ebenfalls im Wankdorf gegen Lugano.

Wer wird denn nun am Schluss der Saison verhindern können, dass die Young Boys zum zweiten Mal in ihrer Klubgeschichte vier Meistertitel am Stück gewinnen?

Lugano? Was die fast ohne hierzulande namhafte Fussballer ausgestattete Mannschaft unter Trainer Maurizio Jacobacci bis hierhin geleistet hat, ist schon mehr als bewundernswert. Das Spielsystem mit drei respektive - in der defensiven Ausrichtung - fünf Verteidigern ist vielfach geprüft und funktioniert so gut, dass die Gegner in der Regel wenig oder keine Tore erzielen. In den sieben Spielen vor dem 2:2 gegen YB kassierten die Luganesi dreimal ein Tor und viermal keines. Auf der andern Seite fällt es dem Team schwer, einen Gegner zu dominieren. Auf diese Weise ist Lugano wohl am wenigsten davor gefeit, gegen schwächere Mannschaften Punkte abzugeben.

St. Gallen? Dass die Ostschweizer nach Abgängen von Leistungsträgern wie Silvan Hefti, Cedric Itten und Ermedin Demirovic wieder in der Spitzengruppe mittun würden, war nicht selbstverständlich. Nach drei 1:0-Siegen zum Saisonbeginn gewannen sie fünfmal in Folge nicht. Eine zweite solche Baisse dürfte es im Meisterrennen nicht vertragen. Die Konstanz an guten Ergebnissen muss bestehen bleiben. Aber unter Trainer Peter Zeidler beweist die Mannschaft der vielen Youngsters auch jetzt, dass sie jeden Gegner in Schach halten kann.

Basel? Spieler sowie Trainer Ciriaco Sforza sprechen schon seit längerem davon, dass man auf einem guten Weg sei. Nach den Änderungen im Kader müssten noch Automatismen, Abstimmungen und Abläufe verinnerlicht werden. Mit seinem breiten und starken Kader sollte es dem FCB möglich sein, erstmals seit dem Meistertitel 2017 wieder seriös um die Meisterschaft mitzuspielen. Aber auch für die Basler gilt: Sie benötigen eine gute Konstanz, wenn sie die Berner herausfordern und überholen wollen. Gefordert sind sie bereits am Mittwoch wieder, im Match in Luzern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Dezember 2020 21:40
aktualisiert: 20. Dezember 2020 21:40