Katar

WM-Botschafter nennt Homosexualität «geistigen Schaden»

8. November 2022, 09:17 Uhr
Der katarische WM-Botschafter und frühere Fussball-Nationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als «geistigen Schaden» bezeichnet. Die Äusserung fiel in einem Interview in der ZDF-Dokumentation «Geheimsache Katar» von Jochen Breyer und Julia Friedrichs.
Der katarische WM-Botschafter und frühere Fussball-Nationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als «geistigen Schaden» bezeichnet. Die Äusserung fiel in einem Interview in der ZDF-Dokumentation «Geheimsache Katar» von Jochen Breyer und Julia Friedrichs. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/Nariman El-Mofty
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Die Dokumentation wird am Dienstag (20.15 Uhr) ausgestrahlt. Schon am Montagabend wurde im «heute-journal» der Ausschnitt mit den Aussagen Salmans gezeigt.

Umstrittenstes Gastgeberland der WM-Geschichte

«Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns über Schwule reden», sagte Salman. «Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen.» Er habe vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen ist Schwulsein «haram» und verboten, meinte Salman. «Es ist ein geistiger Schaden.» Das Interview wurde sofort durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Katar gilt als einer der umstrittensten Gastgeber in der WM-Geschichte. Dem Emirat werden unter anderen Verstösse gegen Menschenrechte, schlechter Umgang mit ausländischen Arbeitern und mangelnde Frauenrechte vorgeworfen. Im Vorfeld der am 20. November beginnenden WM bemüht sich der Wüsten-Staat, ein anderes Bild zu vermitteln. Auch Fans aus der LGBTQ-Szene seien willkommen, hiess es offiziell.

Blatter: Wahl war Irrtum

Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter sagte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Die Wahl von Katar war ein Irrtum.» Allerdings nur, weil das Land zu klein sei. «Der Fussball und die WM sind dafür zu gross.»

In der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag) hatte Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani die Kritik an Katar vor allem aus Europa als «sehr arrogant und sehr rassistisch» bezeichnet. Zugleich hatte er auf Reformen in seinem Land verwiesen, die auch nach der WM fortgesetzt würden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. November 2022 06:31
aktualisiert: 8. November 2022 09:17