Super League

Zürcher Klubs in unterschiedlichen Befindlichkeiten

2. April 2022, 04:05 Uhr
Gerade vor dem Derby vom Samstag um 17.30 Uhr trennen Welten den FC Zürich von den Grasshoppers. Die einen zelebrieren den Triumphzug zum Meistertitel, die andern spüren das Messer am Hals.
Viele weitere Niederlagen sollte sich Giorgio Contini nicht erlauben
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Der FCZ verbrachte die Länderspielpause im Hochgefühl des historischen Sieges in Bern gegen YB. Die Grasshoppers dagegen mussten in den zwei Wochen alles daran setzen, etwas für die Stimmung in der Mannschaft zu tun. Für die Stimmung, mit der nach fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen nicht zum Besten bestellt sein konnte.

Kein Fragezeichen hinter Contini

Auch wenn die Hoppers am Samstag zum sechsten Mal am Stück verlieren würden, müsste sich Cheftrainer Giorgio Contini um sich selbst keine Sorgen machen. Zu diesem Schluss sind die CH-Media-Zeitungen in einem Artikel nach der Länderspielpause und vor der Wiederaufnahme der Meisterschaft gekommen. Contini sei mehr oder weniger die einzige Figur im Rekordmeister-Klub, die diesem Verein eine Identität - und mithin einen Zusammenhalt - gebe. Der «Managing Director» (der in profanen Klubs Geschäftsführer heisst) Jimmy Berisha habe einen begrenzten Einfluss. Der Nigerianer Seyi Olofinjana, von England für die Rolle des Sportchefs nach Zürich beordert, sei oft in England und Präsident Sky Sun gerade wieder in China, wo er abermals durch einen Lockdown an der Reise in die Schweiz gehindert werde.

Trifft dies alles zu, ist auch niemand da, der Continis Arbeit und die erhofften Fortschritte der jungen Mannschaft schlüssig beurteilt. Contini zu entlassen wäre derzeit möglicherweise nicht der richtige und den Erfolg zurückbringende Entscheid. Aber wer soll den Weg des Klubs bestimmen, wenn niemand Kompetentes den sportlichen Prozess verfolgt respektive beurteilen kann? Die Lesart von CH Media: «Contini muss vorderhand keine Entlassung befürchten, weil die Führung nicht funktioniert. Aber das ist auch der Grund, warum Contini mit GC in diese missliche Lage geraten ist.»

Miserable Bilanz im Frühling

Die Bilanz der Hoppers in den Spielen seit der Winterpause ist tatsächlich mehr als bescheiden. In den neun Partien schauten ein 2:2 daheim gegen YB heraus - mit dem Ausgleich in letzter Minute - und davor ein 2:0-Sieg bei Lausanne-Sport, das ohnehin so gut wie jeden Match verliert. Stellt sich keine Besserung ein, werden die Grasshoppers nur ein Jahr nach dem Wiederaufstieg die Barrage bestreiten müssen.

Die Super-League-Spiele vom Samstag im Überblick:

Zürich - Grasshoppers (bisherige Duelle der Saison: 2:1, 3:3, 3:1). - Samstag, 17.30 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: Kryeziu (gesperrt) und Gogia (verletzt); Abrashi, Li, Hoxha, Ribeiro (alle verletzt), Bonatini, Pusic (beide krank) und Riascos (nicht spielberechtigt). - Statistik: Zürich würde wohl auch bei einer Niederlage im Derby Schweizer Meister 2021/22 werden. Die Grasshoppers würden nach ihrer Serie von fünf Niederlagen drei Punkte sehr gut gebrauchen können, um sich den allmählich aufrückenden FC Luzern vom Leib zu halten. Dennoch wird die erfolgreiche Mannschaft von Trainer André Breitenreiter alles daran setzen, die Serie der Ungeschlagenheit, die nur durch das 0:3 gegen St. Gallen kurz unterbrochen wurde, fortzuführen. Der FCZ holte aus den drei Derbys dieser Saison sieben Punkte. Drei Siege in vier Derbys gelangen ihm zuletzt 2018/19, in der Abstiegssaison der Hoppers.

Sion - St. Gallen (1:1, 3:1, 1:1). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Wolfensberger. - Absenzen: Bamert, Baltazar (beide gesperrt), Itaitinga und Doldur (beide verletzt); Kempter, Münst und Witzig (alle verletzt). - Fraglich: Hoarau; Duah und Schmidt. - Statistik: Die St. Galler sind als einzige Mannschaft in der Rückrunde ungeschlagen, wogegen Sion zuletzt zweimal verlor und aus den letzten drei Spielen nur einen Punkt holte. Die Ostschweizer lagen in der Winterpause sechs Punkte hinter den Wallisern. Mittlerweile sind sie sieben Punkte voraus und von allen Abstiegssorgen befreit. Für die Sittener spricht, dass sie keines der letzten sechs Duelle mit St. Gallen in der Super League verloren haben. Siege und Unentschieden wechselten sich regelmässig ab.

Rangliste: 1. Zürich 27/62 (61:34). 2. Basel 27/50 (60:33). 3. Young Boys 27/45 (60:36). 4. Lugano 27/45 (37:35). 5. Servette 27/38 (42:47). 6. St. Gallen 27/37 (48:49). 7. Sion 27/30 (34:49). 8. Grasshoppers 27/27 (42:46). 9. Luzern 27/22 (30:50). 10. Lausanne-Sport 27/13 (23:58).

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. April 2022 06:10
aktualisiert: 2. April 2022 06:10
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