Hier prügeln FCSG-Anhänger in Slowenien

18. September 2017, 16:34 Uhr
Gewaltbereite St.Gallen-Anhänger tauchen in einem Schlägervideo aus Slowenien auf. Sie beteiligten sich vor dem Champions-League-Spiel zwischen Maribor und Spartak Moskau an Ausschreitungen.

Es ist der 13. September 2017. In der Champions League Gruppenphase trifft NK Maribor aus Slowenien zuhause auf den russischen Verein Spartak Moskau. Die Stimmung in der slowenischen Stadt Maribor ist aufgeheizt. Bereits vor dem Spiel versuchen Maribor-Fans zu den angereisten Supporter von Spartak Moskau vorzudringen. Mittendrin: Ein Hooligan mit grün-weisser Maske:

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Dass der Mann aus dem Fankreis des FC St.Gallen kommt, suggeriert nicht nur seine Maske, sondern auch die namentliche Erwähnung der «befreundeten Fans» und der Hashtag #FCSG auf «Kurvennews». So heisst es auf der Instagram Seite von Kurvennews, dass Spartak, wie auch Maribor über «einen überdurchschnittlich grossen Anteil an erlebnisorientierten Fans in den eigenen Reihen» verfügten.

«Befreundete Jungs von Green Power aus St.Gallen»

«Das wurde zumindest von Seiten der Gastgeber weit vor dem Spiel unter Beweis gestellt, als Ultras und Hooligans aus Maribor mit befreundeten Fans aus St. Gallen versuchten an die Gäste heranzukommen», schreibt Kurvennews. «Die Polizei sperrte allerdings jeglichen Durchgang ab, weshalb es zu einem Schlagabtausch mit der slowenischen Staatsmacht kam.» In den Kommentaren präzisiert ein User: «Es waren befreundete Jungs von Green Power aus St.Gallen bei den Ultras Viole». «Viole» nennen sich die in violett gekleideten Ultras von NK Maribor.


[Europa] Schlagabtausch mit Polizei, Choreografie & Pyroshow in Maribor!

[Europa] Schlagabtausch mit Polizei, Choreografie & Pyroshow in Maribor! Gestern Abend fand eines der brisantesten Spiele der Champions-League-Gruppenphase im slowenischen Maribor statt. Dort begegneten sich die Klubs Maribor NK und Spartak Moskau, die beide über einen überdurchschnittlich großen Anteil an erlebnisorientierten Fans in den eigenen Reihen verfügen. Das wurde zumindest von Seiten der Gastgeber weit vor dem Spiel unter Beweis gestellt, als Ultras und Hooligans aus Maribor mit befreundeten Fans aus St. Gallen versuchten an die Gäste heranzukommen. Die Polizei sperrte allerdings jeglichen Durchgang ab, weshalb es zu einem Schlagabtausch mit der slowenischen Staatsmacht kam. Im Stadion zeigte die Gruppe »Viole Maribor« eine große Choreografie im fast ausverkauften Stadion, die aus violetten und weißen Fahnen und einem Klubwappen bestand. Auf der gegenüberliegenden Seite zündeten die Fans von Spartak Moskau mehrmals Pyrotechnik und schossen vereinzelt Raketen aufs Spielfeld, wovon eine nur um Haaresbreite am Schiedsrichter vorbeiflog. Auf dem Rasen gingen die Russen zunächst in Führung, ehe NK kurz vor Schluss vor 12.566 Zuschauern zum 1:1 ausgleichen konnte. #kurvennews #maribornk #maribor #kn #slowenien #fcsg #stgallen #spartak #moskau #championsleague #pyro #police #fans #ultras #sachlich #differenziert #aktuell | Fotos: marcopigac, janja.mikolic, alikzakhitov, flaxxes | Video: @casualultra | Kurvennews am 14.09.2017

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Posted by Kurvennews on Thursday, 14 September 2017

Kantonspolizei wusste nichts vom «Ausflug»

«Es ist gemeinhin bekannt, dass sich Fan-Gruppierungen gegenseitig unterstützen», sagt Gian-Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Das St.Gallen-Anhänger nach Slowenien gereist sind, war der Kantonspolizei nicht bekannt.

In einem ähnlichen Fall hatte die Kantonspolizei gehandelt. Vor zwei Jahren wurde gegen 22 St.Galler Ultras eine Ausreisebeschränkung erlassen, damit sie nicht an ein Pokalspiel ins deutsche Reutlingen reisen konnten. Zwischen Fans vom SSV Reutlingen und Fans des FCSG besteht eine Fanfreundschaft. Die Kantonspolizei hatte die Ausreisebeschränkung beim Bundesamt für Polizei (fedpol) beantragt. Dieses kann eine Ausreisebeschränkung erlassen, wenn vermutet wird, dass sich eine Person bei einer Sportveranstaltung im Bestimmungsland an Gewalttätigkeiten beteiligen wird. Das damalige Cupspiel zwischen Reutlingen und Karlsruhe galt als Hochrisikospiel.

Zum aktuellen Fall in Maribor kann sich das fedpol nicht äussern, da bei kein Begehren der Kantonspolizei St.Gallen einging. In einem solchen Fall sei ausserdem in erster Linie die örtliche Polizei zuständig.

Übrigens: Das Spiel zwischen NK Maribor und Spartak Moskau ging am Schluss 1:1 aus und es gab auch während des Spiels eine brenzlige Szene, als eine abgefeuerte Rakete aus dem Sektor der Spartak-Fans beinahe den Schiedsrichter traf.

Quelle: red.
veröffentlicht: 18. September 2017 16:28
aktualisiert: 18. September 2017 16:34