In Zürich gibt es viele Baustellen

Fabienne Engbers, 20. August 2017, 19:55 Uhr
Der FC St.Gallen zeigt gegen GC eine schwache Leistung.
Der FC St.Gallen zeigt gegen GC eine schwache Leistung.
© KEYSTONE/Christian Merz
Der FC St.Gallen kassierte im Spiel gegen GC zwei Gegentore. Mit dieser Leistung können die Spieler und Fans nicht zufrieden sein. Dementsprechend fallen auch unsere Spielernoten aus.

Tor

Daniel Lopar:                     4.5

Trotz zwei Gegentoren: Lopar war heute der beste Mann auf dem Feld. Ohne seine Interventionen wäre die Niederlage noch höher ausgefallen. Er rettete der Mannschaft das Unentschieden in die Pause und entschärfte immer wieder die Fehler seiner Vorderleute.

Verteidigung

Silvan Hefti:                       3.5

War am 1:0 mitschuldig, als er die Abseitsfalle aufhob. Er kämpfte jedoch als einer der wenigen beherzt und versuchte, sich ins Offensivspiel einzuschalten. Er ist zudem auf einem hervorragenden konditionellen Niveau, wie wir heute festgestellt haben.

Karim Haggui:                    3.5

War zu Spielbeginn der ruhende Pol und zeigte saubere Abwehrarbeit. Allerdings schlichen sich bei ihm mit laufendem Fortgang der Partie Fehler ein und auch die Abstimmung mit Musavu-King funktionierte nicht optimal.

Musavu-King:                    3.5

Begann stark, zeigte Einsatz und kämpfte.  Ist von der Physis her eine willkommene Ergänzung. Allerdings darf ihm als erfahrener Spieler kein solcher Lapsus passieren, wie es in der 79. Minute der Fall war, als ihm ein kapitaler Fehler unterlief und Munsy das 2 : 0 erzielen konnte. Wir setzen hinter ihn erst einmal ein Fragezeichen, da auch er eine gewisse Anpassungszeit braucht.

Silvan Gönitzer:                3.5

Waltete heute eher als Flügelspieler denn als Verteidiger. Der Einsatz stimmte und er konnte sich ab und an auch in die Offensive einschalten. Allerdings unterliefen auch ihm viele Fehlpässe. War zudem oftmals mit dem schnellen Suarez überfordert und gegen Spielende ging ihm sichtbar die Luft aus.

Mittelfeld

Stjepan Kukuruzovic:     3.5

Es war nicht das Spiel des Stjepan Kukuruzovic. Wirkte heute nicht richtig fit. Seine Pässe kamen nicht an, die Spielauslösung wirkte wie ein Flickenteppich. Zudem verlor er ungewöhnlich viele Zweikämpfe.

Danijel Aleksic:                 2.5

Aleksic und der FCSG. Wird das noch etwas? Beinahe alle seine Schüsse flogen weit über das gegnerische Tor, sein Einsatz war mangelhaft und auch seine Körpersprache sagte alles. Freistösse schiessen ist das eine, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren und auch zu verwerten das andere. Empfahl sich heute definitiv nicht für weitere Einsätze in der Startformation.

Marco Aratore:                4.0

Aratore war einer der besten Mittelfeldspieler des heutigen Tages. Zeigte auch nach den Gegentreffern unglaublich viel Einsatz und Kampfwille. Er fand leider den Zugriff zum Spiel nicht und wurde von der GC-Verteidigung konsequent abgeschirmt.

Peter Tschernegg:           3.5

Stand seinen Mitspielern in nichts nach und verbrachte einen diskreten Arbeitstag auf dem Platz. Das Zusammenspiel mit Kukuruzovic funktionierte nicht, viele Pässe misslangen und die Anzahl gewonnener Zweikämpfe war bestimmt auch schon grösser.

Tranquillo Barnetta:       3.0

Das, was wir in seinen 30 Minuten auf dem Feld gesehen haben, rechtfertigt seine Versetzung auf die Ersatzbank. Reihte sich nahtlos in die schlechte Leistung seiner Mitspieler ein und krönte seinen Auftritt mit einer gelben Karte. Es tut uns fast leid, ihn so spielen zu sehen, da wir wissen, dass er es definitiv besser kann.

Yannis Tafer:                     3.0

War in seinen 25 Minuten Einsatzzeit keine Verstärkung. Wurde selten angespielt und konnte sich nicht richtig ins Spiel integrieren. Auch seine Zuspiele waren mangelhaft. Dies war aber nicht nur bei ihm das grosse Problem, sondern bei der gesamten Mittelachse.

Sturm

Nassim Ben Khalifa:        3.5

Heute wurde deutlich, weshalb Ben Khalifa hinter vorgehaltener Hand immer wieder als «ewiges Talent» bezeichnet wird. Für einen Stürmer ist er zu filigran, sprich er wird gefoult und verliert den Ball, wie es heute einige Male passiert ist. Dies scheint sich in der Liga herumgesprochen zu haben. Dass er es technisch kann, hat er heute einige Male gezeigt.

Albian Ajeti:                       4.0

Musste heute viel laufen, um Bälle zu erhalten. Die Schaltstelle zwischen Mittelfeld und Sturm war heute durch die vielen Ballverluste praktisch gekappt. Ajeti war daher gezwungen, sich viele Bälle im Mittelfeld zu erobern, was eigentlich nicht seine Aufgabe sein sollte. Konnte sich dennoch gelegentlich in Szene setzen, auch wenn seine Abschlüsse heute nicht erfolgreich waren.

Roma Buess:                     3.5

Konnte trotz 30 Minuten Einsatzzeit keine Akzente setzen. Er sah kaum einen Ball, was allerdings nicht unbedingt an ihm lag, sondern an seinen Leuten aus dem Mittelfeld.

FM-1 Teamdurchschnitt:             3.5

Fazit

In Zürich gibt es bekanntlich viele Baustellen. Die grösste aber war heute der FCSG. Dies, obwohl wir in der ersten Halbzeit einige Torszenen gesehen haben. Allerdings fehlt es den Espen an Konstanz und auch hinter den Einsatz setzen wir ein grosses Fragezeichen. Liegt es an dem dichtgedrängten Spielplan? Oder braucht die Mannschaft mehr Zeit, um zusammen zu wachsen? Oder wurde unter der Ära Zinnbauer mehr Geschirr zerschlagen, als wir annehmen können? Wurden im Sommer wirklich Verstärkungen getätigt oder hat man mehr Ergänzungsspieler als Leadertypen gekauft?  Fragen über Fragen. Fakt ist: In dieser Verfassung gibt es nächsten Sonntag gegen die Young Boys eine dicke Packung.

Fabienne Engbers
Quelle: Reto Latzer
veröffentlicht: 20. August 2017 19:46
aktualisiert: 20. August 2017 19:55