Justiz geht gegen Pyro-Zünder vor

20. Februar 2019, 12:22 Uhr
YB-Fans am Pfingstsonntag bei ihrem Umzug durch die Stadt Bern. (Archivbild)
YB-Fans am Pfingstsonntag bei ihrem Umzug durch die Stadt Bern. (Archivbild)
© Keystone/PETER KLAUNZER
Die Berner Justiz und die Polizei gehen gegen YB-Fans vor, welche an der Meisterfeier des Berner Fussballklubs von Mai 2018 Pyrotechnika zündeten. Neun Personen hat die Polizei verzeigt, weiteren Fans droht der Internetpranger.

Wie die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten, können tatverdächtige Personen auf Bilder eindeutig als Pyro-Zünder bezeichnet werden. Deren Identität ist aber «trotz intensiver Fahndungsmassnahmen» der Polizei bis heute unbekannt.

Die Staatsanwaltschaft hat daher eine Öffentlichkeitsfahndung verfügt. Wenn bis 27. Februar keine Hinweise zur Identität dieser Personen eingehen, werden zuerst verpixelte Bilder dieser Personen ins Internet gestellt und dann unverpixelte.

Bei den neun schon verzeigten Personen handelt es sich um sieben Männer im Alter von 18 bis 41 Jahren und um zwei zur Tatzeit jugendliche Beschuldigte. Sie sind wegen Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz und teilweise auch wegen Verstössen gegen das kantonale Vermummungsverbot angezeigt worden.

Zehntausende feierten am Pfingstsonntag des vergangenen Jahrs den ersten Meistertitel des BSC Young Boys seit 32 Jahren. Nach einem Umzug durch die Stadt stieg am Abend im vollbesetzten Stade de Suisse ein Volksfest.

Eine Frau wurde dort am Auge schwer verletzt. Die Polizei geht gemäss einer damaligen Meldung davon aus, dass sie von einem pyrotechnischen Gegenstand getroffen wurde.

Die Öffentlichkeitsfahndung mit Hilfe des Internetprangers ist nicht die erste, welche die Berner Justiz durchführt: 2013 gelang es ihr auf diese Weise, mehrere Personen zu identifizieren, welche an der «Tanz dich frei»-Krawallnacht randaliert haben sollen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 20. Februar 2019 12:04
aktualisiert: 20. Februar 2019 12:22