Leichtathletik

Kambundji zum ersten Mal im WM-Final

1. Oktober 2019, 21:33 Uhr
Mujinga Kambundji
Mujinga Kambundji beim 200 Meter Halbfinal.
© Keystone/Jean-Christophe Bott
Mujinga Kambundji steht über 200 m zum ersten Mal in einem WM-Final. Europameisterin Lea Sprunger erreicht in Doha über 400 m Hürden souverän den Halbfinal.

Kambundji belegte in ihrem Halbfinal in 22,49 Sekunden den 2. Platz, der zum direkten Weiterkommen reichte. Damit schrieb sie nationale Leichtathletik-Geschichte. Noch nie hat jemand aus der Schweiz über 100 oder 200 m einen WM-Final erreicht. Die 27-Jährige kam nach einem starken Finish zeitgleich mit der Amerikanerin Anglerne Annelus ins Ziel. «Ich bin mega froh», sagte Kambundji gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Ich konnte es hinten heraus durchziehen.»

Kambundji zeigte mit diesem Auftritt, über welche mentale Stärke sie verfügt. Am Sonntag hatte sie über 100 m den Final um fünf Tausendstel verpasst. «Es macht Spass, nochmals zu zeigen, was ich in den Beinen habe», so Kambundji. Der Final über die halbe Bahnrunde geht am Mittwochabend um 21.35 Uhr über die Bühne. Nun scheint sogar eine Medaille möglich zu sein, jedenfalls erzielte Kambundji die viertbeste Zeit der Halbfinals. Nach der niederländischen Titelverteidigerin Dafne Schippers, der ivorischen WM-Zweiten von 2017, Marie-Josée Ta Lou, musste am Dienstag auch die Olympiasiegerin Elaine Thompson aus Jamaika Forfait erklären.

Sprunger mit Saisonbestzeit

Sprunger zeigte den ersten technisch sauberen Lauf in diesem Sommer und qualifizierte sich über 400 m Hürden locker für den Halbfinal. Mujinga Kambundji steht zum ersten in einem WM-Final. Die 27-jährige Bernerin belegte in ihrem Halbfinal in 22,49 Sekunden den 2. Platz, der zum direkten Weiterkommen reichte.Mit der Zeit von 54,98 blieb die Westschweizerin zum ersten Mal in diesem Jahr unter 55 Sekunden. Die Saisonbestzeit verbesserte Sprunger um 15 Hundertstel, obwohl sie auf den letzten 30 Metern das Tempo raus nahm.

«Ich war vor dem Start sehr nervös. Aber jetzt weiss ich, dass ich meinen Lauf durchziehen kann. Für den Kopf ist das sehr wichtig», sagte sie. Vor Doha hatte sich Sprunger in diesem Jahr nie zugetraut, auch die letzte Hürde im 15er-Schrittmuster zu nehmen. "Ich hatte auch während des Laufes Angst vor der 10. Hürde. Aber ich habe es gemacht", fügte sie hinzu.

Der Halbfinal findet am Mittwochabend statt. Klappt das Schrittmuster erneut, liegt noch eine Steigerung drin. Sprungers Bestzeit beträgt 54,29 Sekunden, den Schweizer Rekord hält Anita Protti (54,25).

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. Oktober 2019 21:30
aktualisiert: 1. Oktober 2019 21:33