Kuzmanovic: «Ich spüre viel Leidenschaft»

Stephanie Martina, 27. April 2018, 17:17 Uhr
Am Sonntagnachmittag, wenn der FC St.Gallen in Lugano gastiert, steht Boro Kuzmanovic erstmals an der Seitenlinie. Was er von da aus sehen will, machte der Interimstrainer an einer Medienkonferenz deutlich: offensives Denken und initiativen Fussball.

Es ging Knall auf Fall: Noch am Montag trainierte Boro Kuzmanovic den GC-Nachwuchs, am Dienstag klopfte aus heiterem Himmel der FC St.Gallen an seine Türe und fragte, ob er vorübergehend Cheftrainer werden wolle. Heute, drei Tage später, sitzt der 55-Jährige im Medienraum des Kybunparks und wirkt trotz der Turbulenzen dieser Woche gelassen.

Er habe nicht lange überlegen müssen, ob er zum FC St.Gallen zurückkehren wolle, sagt er. «Ich spüre viel Leidenschaft in diesem Verein und fühle mich mit dem FC St.Gallen verbunden, daher war die Entscheidung einfach.» Bereits von 2015 bis 2017 war Kuzmanovic als Juniorentrainer beim FC St.Gallen tätig.

Zurück in der Ostschweiz blieben dem Serben nur wenige Tage, um sich einen Überblick zu verschaffen und das Team gleichzeitig auf das erste der bevorstehenden, alles entscheidenden Spiele im Kampf um Platz drei vorzubereiten. An seinem ersten Arbeitstag habe er sich und seine Ideen vorgestellt, gesagt, was er verlange und wie er Fussball spielen wolle. «Ich habe schnell gespürt, dass die Spieler mich und meine Vision verstanden haben und somit war das Eis zwischen uns gebrochen. Inzwischen sind wir bereits mitten im Tagesgeschäft und bereiten uns auf das nächste Spiel vor.»

Kuzmanovic will initiativen Fussball sehen

Am Sonntag steht der nächste Ernstkampf gegen Lugano auf dem Programm. Kuzmanovic’ Vorgabe ist deutlich: «Wir gehen nach Lugano, um zu gewinnen.» Durch initiativen, bestimmenden Fussball und mit einer Portion positiver Aggressivität und Teamgeist will Kuzmanovic im Tessin Punkte einfahren. «Wir müssen das Zepter von Anfang an in die Hand nehmen und bestimmen, was auf dem Platz passiert. Ich verlange von jedem Spieler, dass er offensiv denkt und Verantwortung übernimmt», sagt der Interimstrainer. Bedeutende Veränderungen im Vergleich zu Giorgio Continis Aufstellung seien jedoch nicht geplant. Laut Kuzmanovic wird es keine grossen Überraschungen geben.

Wie bereits sein Vorgänger kann auch Kuzmanovic auf viele Spieler vorerst nicht zählen: Nach wie vor sind Tranquillo Barnetta, Karim Haggui, Philippe Koch, Nicolas Lüchinger, Miro Muheim, Adonis Ajeti und Nico Krucker verletzt.

Marco Hämmerli wird Assistenz-Trainer

Nachdem Giorgio Contini am Dienstag per sofort freigestellt wurde, übernahm Kuzmanovic bis Ende Saison. Danach bleibt er als Assistenztrainer beim FC St.Gallen. An der Medienkonferenz vom Freitagmittag wurde zudem bekannt, wer Kuzmanovic bis Ende Saison als Assistent unterstützen wird: der ehemalige Juniorentrainer und FCSG-Spieler Marco Hämmerli.

Trainerfrage noch ungeklärt

Auch Sportchef Alain Sutter wirkt an der Medienkonferenz zufrieden mit den Entwicklungen der vergangenen Tage – und vor allem mit der neuen Konstellation des Trainer-Duos. Wer künftig Cheftrainer beim FC St.Gallen und somit Kuzmanovic' Vorgesetzter sein wird, ist noch nicht bekannt. Für Sutter steht fest, dass die Trainerfrage schnellstmöglich geklärt werden muss. Auf Wünsche in Bezug auf seinen künftigen Chef angesprochen, meint Kuzmanovic: «Ich habe keinen Lieblingstrainer, nur einen Lieblingsclub: den FC St.Gallen.»

Die erste Pressekonferenz mit neuem Trainer gibt's hier im Stream zum Nachschauen:


Stephanie Martina
veröffentlicht: 27. April 2018 12:43
aktualisiert: 27. April 2018 17:17