Leichtathletik

Moser schafft Finaleinzug, restliche Schweizer ausgeschieden

27. September 2019, 20:27 Uhr
Selina Büchel brach im Vorlauf auf den letzten Metern ein
Selina Büchel brach im Vorlauf auf den letzten Metern ein
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Stabhochspringerin Angelica Moser steht in Doha zum ersten Mal in einem WM-Final. Die übrigen Schweizer scheiden allesamt aus.

Nachdem Moser die ersten vier Höhen im ersten Anlauf geschafft hatte, überquerte sie im zweiten Versuch die geforderten 4,60 m. Damit verbesserte die 21-jährige Zürcherin ihre Saisonbestleistung um vier Zentimeter. Die eigene Bestmarke im Freien beträgt 4,61 m. "Ich machte mir selber mehr Druck, da ich sozusagen aus dem Baby-Alter heraus bin", sagte Moser gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Damit meinte sie, dass sie nun nicht mehr in Nachwuchskategorien antreten darf. Dort holte sie Titel um Titel.

Der nationalen Rekordhalterin Büchler, die nach einer Baby-Pause noch nicht zur alten Stärke zurückgefunden hat, gelang mit 4,55 m ebenfalls eine Saisonbestleistung (zuvor 4,50 m Outdoor). Diese reichte der 35-jährigen Seeländerin jedoch nicht zum Finaleinzug, da nicht weniger als 17 Athletinnen 4,60 m übersprangen. "Von der Höhe her darf ich nicht enttäuscht sein", so Büchler.

Wilson nicht motiviert

Wilson kam über 100 m trotz einer guten Reaktionszeit auf den ersten Metern nicht vom Fleck und belegte in seiner Serie mit 10,38 Sekunden den 7. und letzten Platz. "Ich war nicht motiviert, wenn ich ehrlich bin", sagte der gebürtige Jamaikaner. Der Fokus liege auf den 200 m. Über die halbe Bahnrunde gewann der 29-jährige Basler vor einem Jahr EM-Bronze, in Doha will er mindestens die Qualifikation für den Final schaffen. Insofern stufte er die gemachten Erfahrungen über 100 m als wichtig ein, sind doch die Bedingungen in Doha alles andere als einfach. Die beste Zeit der Vorläufe in der Königsdisziplin erzielte der amerikanische Topfavorit Christian Coleman, der als Einziger unter zehn Sekunden (9,98) blieb.

Büchel gehen Kräfte aus

Büchel musste sich über 800 m in ihrer Serie mit dem 6. und vorletzten Rang begnügen. Die 28-jährige Toggenburgerin reihte sich zunächst hinten ein, ehe sie nach der ersten Runde aussen auf die zweite Position nach vorne preschte. Auf der Zielgeraden gingen der zweifachen Hallen-Europameisterin dann allerdings die Kräfte aus. Mit 2:03,38 Minuten blieb sie um 2,17 Sekunden über ihrer Saisonbestzeit.

"Ich bin mega enttäuscht", sagte Büchel. "Ich hatte das Gefühl, gut in Form zu sein. Darum lief ich offensiv. Nun ging es überhaupt nicht auf. Ich nehme nun die guten Trainings der letzten drei Wochen in die Pause mit und freue mich auf die Vorbereitung für die Olympischen Spiele." Büchel war in Doha nur dank einer Einladung dabei, da sie die WM-Limite (2:00,60) nicht erfüllt hatte.

Während Büchel deutlich scheiterte, verpasste Lore Hoffmann den Einzug in die Halbfinals der besten 24 nur knapp. Die 23-jährige Walliserin, die als letzte 800-m-Läuferin eine Einladung erhalten hatte, belegte in ihrem Vorlauf den 4. Platz. Zu Rang 3, der zum Weiterkommen gereicht hätte, fehlten sechs Hundertstel.

Hussein weit unter Möglichkeiten

Auch für Kariem Hussein sind die Weltmeisterschaften bereits zu Ende. Der Europameister von 2014 über 400 m Hürden musste sich im Vorlauf mit dem 6. Rang begnügen - die ersten vier kamen direkt weiter. Mit einer Zeit von 50,62 Sekunden blieb der 30-jährige Thurgauer deutlich über seiner Saisonbestzeit von 49,21 Sekunden, und dies, obwohl er zuletzt sehr gut hatte trainieren können. "Es ist ein Aufbaujahr", erklärte der lang verletzt gewesene Hussein. "Ich bin auch wegen diesem Resultat voll motiviert, langfristig Vollgas zu geben."

Wanders: Risiko nicht belohnt

Wanders scheiterte im Vorlauf über 5000 m. Der 23-jährige Genfer versuchte im ersten von zwei Vorläufen ein "gutes Tempo" zu laufen und führte das Feld vorübergehend an. Am Ende konnte er aber nicht mehr mit der Spitze mithalten. So schaute bloss der 11. Platz heraus. "Risiko zu nehmen, das ist meine Philosophie", sagte Wanders. Wieso er am Schluss abreissen lassen musste, dafür hatte er keine Erklärung, fühlte er sich doch gut in Form. Wanders startet am letzten WM-Tag noch über 10'000 m.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. September 2019 20:25
aktualisiert: 27. September 2019 20:27