Formel 1

Hamilton wehrt Verstappens Angriffe ab und siegt beim Saisonstart

28. März 2021, 22:12 Uhr
Trotz starker Leistung verpasst Alfa Romeo die Punkteränge. Kimi Räikkönen (11.) fehlten lediglich zwei Sekunden auf die Top 10. Antonio Giovinazzi wurde Zwölfter
© KEYSTONE/EPA/VALDRIN XHEMAJ
Lewis Hamilton im Mercedes gewinnt den Saisonauftakt in der Formel 1. Der Titelverteidiger aus England siegt im Grand Prix von Bahrain vor Max Verstappen im Red Bull und Teamkollege Valtteri Bottas.

Das erste Saisonrennen im Wüstenstaat hielt, was es versprach. Mercedes und Red Bull lieferten sich ein packendes Duell um Platz 1 - mit dem gewohnten Bild am Ende: Lewis Hamilton stand zum 96. Mal in der Formel 1 zuoberst auf dem Podest, womit er seinen Rekord ausbaute. Auf dem Wüstenrundkurs in Sakhir wurde der siebenfache Weltmeister bereits zum fünften Mal als Erster abgewinkt - auch dies eine Bestmarke, die er sich zuvor mit Sebastian Vettel teilte.

Nicht viele seiner Siege musste sich Hamilton allerdings so hart erarbeiten wie diesen. Im Qualifying am Samstag hatte sich der Eindruck erhärtet, dass die Testfahrten vor zwei Wochen kein Bluff waren: Red Bull, das sonst eher schwach in die Saison startet und sich allmählich steigert, war bereits voll da. Max Verstappen holte sich mit knapp vier Zehnteln Vorsprung auf Hamilton die Pole-Position, die erste für Red Bull bei einer Saisoneröffnung seit 2013.

Verstappen attackiert bis zuletzt

Auch im Rennen unter Flutlicht und bei starkem Wind schienen die Roten Bullen das bessere Auto zu haben. Verstappen behauptete sich nach dem Start an der Spitze. Danach lieferte sich der Niederländer mit Hamilton an der Spitze ein stetes Hin und Her. Nach jeder Boxenstopp-Phase wechselte die Führung.

Als Verstappen fünf Runden vor Schluss zu Hamilton aufschloss, schien es, als müsste der Engländer wegen der stärker abgenutzten Reifen klein beigeben. Wenig später zog Verstappen tatsächlich am schwarz lackierten Mercedes mit der Nummer 44 vorbei, verliess dabei aber die Strecke. In Erwartung einer Fünf-Sekunden-Strafe von der Rennleitung liess er Hamilton jedoch wieder passieren. Danach fand Verstappen kein Mittel mehr, nochmals auf Platz 1 vorzudringen. Hamilton rettete einen Vorsprung von sieben Zehnteln ins Ziel.

Fingerzeig für den Saisonverlauf

«Max hat mich so unter Druck gesetzt am Ende. Es war eines der härtesten Rennen, das ich seit langem gefahren bin, daher bin ich wirklich dankbar», zeigte sich Hamilton zufrieden. Verstappen trauerte derweil der verpassten Chance nach: «Es ist enttäuschend, nicht gewonnen zu haben, aber wir haben Mercedes wirklich einen Kampf geliefert, und wir müssen daher insgesamt zufrieden sein.»

In Bahrain stand lediglich der erste von 23 Grands Prix des Jahres im Programm - sofern der ambitionierte Plan hält. Doch die ersten 303 Rennkilometer sind ein Fingerzeig für den weiteren Verlauf der Saison. Die Hoffnung der Formel-1-Fans besteht, dass die Zeit der Monotonie ganz vorne an der Spitze vorbei sein könnte und Hamilton im Kampf um den achten WM-Titel nichts geschenkt wird.

Vettel nur knapp vor Schumacher

Ebenso spannend wie das Gerangel an der Spitze dürfte der Kampf hinter den Mercedes und Red Bull werden. Mit den Plätzen 4 und 7 von Lando Norris und Daniel Ricciardo unterstrich McLaren mit dem neuen Mercedes-Motor seine Ambitionen. Die Ferraris von Charles Leclerc und Carlos Sainz reihten sich derweil auf den Rängen 6 und 8 ein.

Pech hatte Verstappens neuer Teamkollege Sergio Perez. Er blieb auf dem Weg zur Startaufstellung stehen und musste das Rennen aus der Bodengasse in Angriff nehmen. Nach einer starken Aufholjagd wurde der Mexikaner, der gleichenorts vor knapp vier Monaten seinen einzigen GP-Sieg gefeiert hatte, noch Fünfter.

Ein Rennen zum Vergessen erlebte Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister kam bei seinem Debüt im Aston Martin nicht über Platz 15 hinaus. Unmittelbar dahinter klassierte sich Formel-1-Neuling Mick Schumacher. Während dessen Teamkollege Nikita Masepin den Haas bereits nach wenigen Kurven in der Leitplanken setzte, holte mit Yuki Tsunoda der dritte Debütant auf Anhieb die ersten WM-Punkte. Der Japaner im AlphaTauri wurde Neunter.

Keine WM-Punkte, aber Zuversicht bei Alfa Romeo

Das Team Alfa Romeo ist ohne WM-Punkte aus Bahrain abgereist. Die Plätze 11 und 12 von Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi stimmen jedoch zuversichtlich für den Rest der Saison. In einem Rennen mit nur zwei Ausfällen (Nikita Masepin/Haas und Fernando Alonso/Alpine) ist es dem Zürcher Rennstall gelungen, sich im Mittelfeld zu behaupten. Am Ende fehlten Räikkönen bei dessen 331. Grand Prix knapp zwei Sekunden zu Lance Stroll im Aston Martin auf Platz 10.

«Wir haben gezeigt, dass wir um die Top 10 mitfahren können», zeigte sich Teamchef Frédéric Vasseur optimistisch. Im Vergleich zu seinem Vorgänger scheint das neue Auto aus Hinwil insbesondere auf eine schnelle Runde deutlich besser zu sein, was die Startplätze 12 und 14 belegen. Die Tendenz stimmt, damit man die magere Ausbeute von nur acht WM-Punkten aus dem Vorjahr toppen kann.

Die nächste Chance auf Punkte gibt es für Alfa Romeo in drei Wochen, wenn in Imola der Grand Prix der Emilia-Romagna im Programm steht.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. März 2021 22:05
aktualisiert: 28. März 2021 22:12