Motorrad

Tom Lüthi in seinem 300. Grand Prix mit Nuller

15. November 2020, 17:45 Uhr
Ein Jubiläum wäre ein Grund zur Freude, nicht so für Tom Lüthi: Der 34-jährige Berner belegte in seinem 300. Grand Prix nur den 16. Platz, womit er ohne Punkte blieb.
© KEYSTONE/EPA/EDDY LEMAISTRE
Tom Lüthi erlebt in Valencia ein Jubiläum zum Vergessen. Nur von Position 17 gestartet, fährt der Emmentaler in seinem 300. Grand Prix während des ganzen Moto2-Rennens ausserhalb der Punkteränge.

Nur drei Fahrer - allesamt aus Italien stammend - haben in ihrer Karriere mehr Grands Prix bestritten als Tom Lüthi. Mit grossem Vorsprung führt Valentino Rossi, der nach seinem wenig berauschenden 12. Platz am Sonntag auf 413 GP-Starts kommt, diese Statistik an. Hinter dem neunfachen Champion aus Urbino folgen der vor einigen Jahren zurückgetretene Loris Capirossi (328) und Andrea Dovizioso (326), der mangels Optionen gedenkt, 2021 eine GP-Pause einzulegen.

Angesichts des riesigen Erfahrungsschatzes von Lüthi, der sein Debüt im Sommer 2002 auf dem Sachsenring gab, sollte man annehmen, dass er mit schwierigen Situationen zurechtkommen und aus Krisen herausfinden sollte. Doch der 34-jährige Emmentaler kommt heuer «auf keinen grünen Zweig», wie er sich nach dem vorletzten Saisonrennen einmal mehr eingestehen musste.

«Es ging rückwärts statt vorwärts»

Am Sonntag in Valencia war zudem wenig hilfreich, dass Lüthi im Warm-Up stürzte. Nur von Position 17 gestartet, fuhr er in seinem 300. Grand Prix während des ganzen Moto2-Rennens ausserhalb der Punkteränge. Er habe immer das Gefühl gehabt, dass er nach mehr Vertrauen suchen müsse, so der Kalex-Fahrer. «Ich war nicht in der Lage zu überholen.» Am Ende klassierte er sich mit über 18 Sekunden Rückstand auf die Spitze nur auf dem enttäuschenden 16. Platz.

«Leider ging es für uns erneut rückwärts statt vorwärts», so die bittere Erkenntnis des 125-ccm-Weltmeisters von 2005 und 17-fachen GP-Siegers, der mit seinem Cheftechniker und dem Intact-Team nicht klarkommt und heuer wohl erstmals eine Moto2-Saison ohne Podestplatzierung beenden wird. «Jetzt steht nur noch Portimao an, und es wird sicher schön, mal wieder eine neue Strecke kennenzulernen. Hoffentlich können wir dort ein besseres Resultat einfahren.» Ansonsten gelten Lüthis Hoffnungen vor allem 2021, dannzumal will er beim spanischen SAG-Team und ebenfalls auf einer Kalex an erfolgreichere Zeiten anknüpfen.

Vier Fahrer noch mit Moto2-Titelchancen

Der Sieg im GP von Valencia ging an Jorge Martin (Kalex), der erst in der letzten Runde mit einem Überholmanöver an ungewohnter Stelle an die Spitze vorstiess. Der Spanier gewann mit 0,072 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Hector Garzo. Dritter wurde der lange Zeit führende Italiener Marco Bezzecchi (0,204 zurück). Unmittelbar dahinter reihte sich Lüthis deutscher Teamkollege Marcel Schrötter im 4. Rang ein.

Vor dem letzten Saisonrennen in Portugal am nächsten Sonntag haben gleich vier Fahrer - alle auf Kalex - noch Chancen auf den Moto2-Titelgewinn. Im Gesamtklassement führt der Italiener Enea Bastianini (194 Punkte) vor dem Briten Sam Lowes (180) und seinen beiden Landsleuten Luca Marini (176) und Bezzecchi (171). Lüthi, der auf seinen 72 Punkten sitzen blieb, büsste in der WM-Wertung zwei Positionen ein und ist nur noch Elfter.

Moto3: Dupasquier nur 22.

In der Moto3-Klasse erlebte Jason Dupasquier (KTM) ebenfalls einen weiteren schwierigen Tag. Der Freiburger Teenager wurde nur 22. Zu seinem ersten WM-Punkt fehlten ihm rund vier Sekunden. Den Sieg in Valencia holte sich Tony Arbolino (Honda). Der Italiener ist mit 159 Punkten einer von noch drei Kandidaten auf den Titel. WM-Leader ist der spanische KTM-Fahrer Albert Arenas, der seinen Vorsprung auf den Japaner Ai Ogura (Honda) leicht ausbaute (170:162).

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. November 2020 17:45
aktualisiert: 15. November 2020 17:45