Mountainbike

Nino Schurter in Nove Mesto mit sensationeller Aufholjagd

15. Mai 2022, 17:07 Uhr
Thomas Pidcock gewinnt auch das Rennen über die olympische Distanz beim Mountainbike-Weltcup in Nove Mesto. Nino Schurter belegt trotz eines Platten den 3. Rang und verteidigt die Gesamtführung.
Gute Leistung, aber als Vierte um über eine Minute neben dem Podest: Jolanda Neff
© KEYSTONE/MAXIME SCHMID

Olympiasieger Pidcock, eine Woche zuvor im deutschen Albstadt überlegen Sieger, setzte sich in Tschechien im Zweier-Sprint gegen Vlad Dascalu durch. Der Rumäne sah sich vom Briten erst auf den letzten 50 Metern noch überholt.

Der Mann des Tages in Nove Mesto war allerdings Nino Schurter. Der 35-jährige Bündner erlitt in der fünften von acht Runden einen Hinterrad-Platten, wodurch er den Kontakt zu Pidcock, Dascalu und auch Mathias Flückiger verlor. Aufgrund des weiten Weges bis zur Zone, wo er den Defekt erst beheben lassen durfte, büsste er fast eineinhalb Minuten ein.

Jubel wie bei einem Sieg

Doch Schurter startete in der Folge eine sensationelle Aufholjagd, die ihn genau für die Schlussrunde wieder zurück in die Spitzengruppe brachte. Als dann allerdings Dascalu im steilen Anstieg attackierte, konnte der nun 59-fache Weltcup-Podestfahrer mit dem Rumänen wie auch mit Pidcock nicht mehr ganz mithalten. Doch jubelte Schurter (0:30 Sekunden zurück) nach seinem Effort bei der Zieleinfahrt so ausgelassen wie bei einem Sieg.

Der letztjährige Gesamtweltcupsieger Flückiger klassierte sich - vier Sekunden hinter Schurter - im 6. Rang, seinem besten Resultat in dieser Saison. Andri Frischknecht als Achter und Vital Albin als Zehnter gelangen Karriere-Bestleistungen über die olympische Distanz.

In der Gesamtwertung liegt Schurter nach einem Drittel der Saison mit 132 Punkten Vorsprung vor Pidcock in Führung (732:600). Gesamt-Dritter ist Dascalu mit 560 Punkten. Als zweitbester Schweizer folgt Flückiger (381) im 7. Rang.

4. Platz für Olympiasiegerin Neff

Jolanda Neff belegte in Nove Mesto als beste Schweizerin den 4. Platz. Zeitlich verpasste sie das Podest allerdings deutlich. Die Olympiasiegerin verlor 2:22 Minuten auf die Australierin Rebecca McConnell, die im dritten Rennen der Saison über die olympische Distanz zum dritten Mal triumphierte. Zweite wurde die letztjährige Gesamtsiegerin Loana Lecomte aus Frankreich vor Jenny Rissveds, Neffs Vorgängerin als Olympiasiegerin. Die Schwedin lag letztlich auch mehr als eine Minute vor der viertplatzierten Ostschweizerin.

Dank Alessandra Keller (8.), Sina Frei (10.), Linda Indergand (15.) und Ramona Forchini (16.) gelang den Schweizerinnen ein starkes Teamresultat. Allerdings wartet das Team, das bei Olympia einen Dreifach-Sieg feierte, im Weltcup seit August 2019 auf einen Podestplatz. Immerhin hatte Neff zum Auftakt des Weltcup-Wochenendes in Tschechien am Freitag das Kurzrennen (Short Race) gewonnen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Mai 2022 17:10
aktualisiert: 15. Mai 2022 17:10
Anzeige