Oldrich Nejedly: Für die Schweiz ein Fluch, für Italien ein Segen

29. Mai 2018, 11:11 Uhr
Oldrich Nejedlys Tore wurden in einer Zeit erzielt, als es noch keine farbigen Bilder oder modernen WM-Bälle gab
Oldrich Nejedlys Tore wurden in einer Zeit erzielt, als es noch keine farbigen Bilder oder modernen WM-Bälle gab
© KEYSTONE/AP/ANTONIO CALANNI
Nie kommt die Schweiz einem WM-Halbfinal näher als 1934. Im Viertelfinal gegen die Tschechoslowakei steht es bis acht Minuten vor dem Ende 2:2. Dann trifft Oldrich Nejedly zum 3:2. Es war an diesem Frühsommer-Abend in Turin das zweite von insgesamt fünf WM-Toren von Nejedly.

Er traf darauf im Halbfinal gegen Deutschland sogar drei Mal - ging aber im Final gegen Gastgeber Italien leer aus. Nejedly vergab Chance um Chance für die überlegenen Tschechoslowaken.

Und das war vielleicht gut so. Die WM 1934 war die «Duce-WM», das Turnier des Faschistenführers Benito Mussolini. Im schon damals fussballverrückten Italien musste das Heimteam diese WM gewinnen. Der italienische Stürmer Angelo Schiavio erinnerte sich später: «Wir hatten panische Angst, bei einer Niederlage von Mussolini hingerichtet zu werden. Nicht auszudenken, wenn Nejedly seine Chancen ausgenützt hätte.»

Quelle: SDA
veröffentlicht: 29. Mai 2018 09:56
aktualisiert: 29. Mai 2018 11:11