Kunstturnen

Ränge 15 und 23 für Brägger und Hegi - Mehrkampf-Gold an Nagorny

11. Oktober 2019, 21:56 Uhr
Pablo Brägger im Mehrkampf-Final an den Ringen
Pablo Brägger im Mehrkampf-Final an den Ringen
© KEYSTONE/EPA/DANIEL KOPATSCH
Während Pablo Brägger an der WM in Stuttgart im Mehrkampf-Final den 15. Rang erreicht, kommt Oliver Hegi nicht über den 23. und zweitletzten Platz hinaus. Gold sichert sich der Russe Nikita Nagorni.

Brägger zeigte mit Ausnahme des Sprungs einen guten Wettkampf. Dort missglückte dem Ostschweizer die Landung komplett, weshalb er 1,3 Punkte weniger holte als in der Qualifikation. Keiner war an diesem Gerät schlechter als der 26-Jährige.

Danach fand er den Fokus aber sofort wieder; bei den Übungen an den letzten drei Geräten gab es nicht viel auszusetzen. Am Reck, an dem er 2017 Europameister geworden war, schaffte er mit 14,433 eine Punktzahl, mit der er sich für den Gerätefinal qualifiziert hätte - nur zwei Konkurrenten waren besser. "Ich bin sehr stolz auf das Gezeigte. Ich versuchte nochmals, die Atmosphäre zu geniessen und das Beste zu geben. Das gelang mir", sagte Brägger, dessen beste WM-Klassierung im Mehrkampf ein 12. Rang (2017 in Montreal) ist. Allerdings schnitt er wegen des Missgeschicks beim Sprung etwas schwächer ab als beim 9. Platz in der Qualifikation (83,505).

Hegi hatte Brägger in diesem Jahr sowohl am Eidgenössischen Turnfest in Aarau als auch an den Schweizer Meisterschaften in Romont bezwungen. Diesmal war der Wurm drin, erlebte der 26-jährige Aargauer einen Tag zum Vergessen. Dabei war ihm der Auftakt am Pauschenpferd optimal gelungen. Danach aber unterliefen ihm am Sprung, Reck sowie am Boden gröbere Fehler, und auch der Abgang von den Ringen missglückte. Mit 78,630 war die Punktzahl deutlicher tiefer als in der Qualifikation (82,831), die er als Zwölfter beendet hatte.

"Solche Fehler passieren mir normalerweise nicht", so Hegi. Dass er gerade an der WM schwächelte, bedauerte er umso mehr, als er in letzter Zeit stark daran gearbeitet hatte, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Dennoch hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, da das Team "ganz klar Priorität hatte". Und mit diesem erreichte er das angestrebte Ziel, die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Nikita Nagorni, der schon in der Qualifikation der Beste gewesen war, sicherte sich nach Bronze 2018 den ersten WM-Titel im Mehrkampf. Mit 88,772 Punkten verwies der 22-Jährige seinen als Titelverteidiger angetretenen Landsmann Artur Dalalojan um 1,607 Punkte auf Platz 2. Für die beiden war es die zweite Medaille in Stuttgart nach Gold mit dem Team. Bronze gewann der Ukrainer Oleg Wernjajew. Der Olympia-Zweite von 2016 profitierte davon, dass der Chinese Xiao Ruoteng (4.), der Weltmeister von 2017 und letztjährige WM-Zweite im Mehrkampf, am letzten Gerät, dem Reck, die Übung unterbrechen musste. Ohne diesen Fehler hätte Xiao zumindest Silber geholt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Oktober 2019 21:20
aktualisiert: 11. Oktober 2019 21:56