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Mountainbike

Schurter schlägt Flückiger, nicht aber Koretzky

5. September 2021, 18:49 Uhr
Nino Schurter und Mathias Flückiger verpassen in Lenzerheide den nächsten Doppelsieg im olympischen Cross-Country knapp.
Mathias Flückiger (vorne) und Nino Schurter verpassen den Heimsieg in Lenzerheide
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Eine Woche nach Schurters WM-Triumph vor Flückiger schnappte der WM-Dritte Victor Koretzky aus Frankreich den Schweizern den Sieg knapp weg.

Das Wetter war traumhaft, die Stimmung dank der Rückkehr von 9000 Zuschauern ausgezeichnet. Auch die Leistung von Lokalmatador Nino Schurter und Mathias Flückiger, dem Leader im Gesamtweltcup, liess nicht zu wünschen übrig. Der Bündner und der Berner diktierten das Geschehen fast über das ganze Rennen, gegen einen totalen Triumph vor heimischem Publikum hatte ein Franzose aber etwas einzuwenden. Der formstarke und endschnelle Victor Koretzky holte sich im Finish mit einem Angriff im richtigen Moment seinen zweiten Weltcupsieg.

Koretzky gewann zwei Sekunden vor Schurter und neun Sekunden vor Flückiger. Es stiegen damit die gleichen drei Athleten auf das Podest wie vor einer Woche an der WM, nur in anderer Reihenfolge. Das Duell um Platz 2 entschied Schurter gegen Flückiger ähnlich wie an der WM mit einem Manöver durch die Innenseite einer Kurveneinfahrt für sich.

Flückiger vor Gewinn des Gesamtweltcups

Weil er gegen Schurter erneut das Nachsehen hatte, steht Flückiger zwei Wochen vor dem Finale in den USA rechnerisch knapp noch nicht als Gesamtweltcupsieger fest. «Ich bin trotzdem zufrieden. Wir gehen von Höhepunkt zu Höhepunkt, das zehrt an der Energie. Wenn ich in zwei Wochen normal fahre, sollte es reichen», befand Flückiger. Tatsächlich trennt den 32-Jährigen wohl nur noch die Mathematik vom erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups: 340 Punkte liegt er vor dem Tschechen Ondrej Cink, 354 vor Koretzky. Maximal 375 Punkte können die beiden ersten Verfolger Mitte Monat in Snowshoe in der Theorie noch gutmachen.

Auch Nino Schurter suchte nach seinem sechsten Podestplatz im sechsten Heimrennen unweit von seinem Zuhause in Chur nicht das Haar in der Suppe. Dass er weiter auf den historischen 33. Weltcupsieg wartet, trübte seine Freude über die tolle Stimmung nach der langen Corona-Tristesse nicht: «Die Leute und die Stimmung haben mir gefehlt. So macht es Spass, so kann ich gleich wieder mehr Gas geben», meinte Schurter, der in Lenzerheide 2018 den WM-Titel gewonnen und in den zwei Jahren zuvor zweimal im Weltcup triumphiert hat.

Lob für Koretzky

Für Schurter kam Koretzkys Sieg ohnehin keineswegs überraschend: «Ich hatte ihn immer auf der Rechnung. Er ist einer der explosivsten und cleversten Fahrer im Feld.» Auf ähnliche Weise wie in Lenzerheide hat der 26-jährige Südfranzose beim Saisonauftakt in Albstadt seinen ersten Weltcupsieg errungen. Dass seine Form nach wie vor stimmt, zeigte er mit WM-Bronze vor einer Woche.

Clever agierte Koretzky auch an diesem Sonntag. Praktisch über das ganze Rennen liess er sich von Schurter und Flückiger ziehen und sparte so wohl entscheidend Kraft. Erst gegen Ende wagte er sich erfolgreich aus der Deckung. «Er war der lachende Dritte», meinte Flückiger.

Lukas Flückigers Derniere

Während der fünf Jahre jüngere Bruder einen weiteren Schritt zum Gewinn des Gesamtweltcups machte, trat Lukas Flückiger im Heimrennen leise von der internationalen Mountainbike-Bühne ab. Der 37-jährige Berner beendete sein letztes Weltcuprennen etwas weniger als fünf Minuten hinter dem Spitzentrio im 33. Rang.

Lukas Flückiger war vor neun Jahren Teil des historischen ersten und bis heute einzigen Schweizer Dreifach-Triumphs an der WM 2012 im österreichischen Saalfelden. Er gewann damals Silber hinter Nino Schurter und vor seinem Bruder Mathias. Im Weltcup schaffte er es insgesamt viermal als Zweiter oder Dritter auf das Podest.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. September 2021 18:40
aktualisiert: 5. September 2021 18:49