Schweiz liefert FIFA-Funktionär an die USA aus

17. September 2015, 16:47 Uhr
Der in der Schweiz verhaftete uruguayanische ehemalige FIFA-Vizepräsident Eugenio Figueredo (Archivbild)
Der in der Schweiz verhaftete uruguayanische ehemalige FIFA-Vizepräsident Eugenio Figueredo (Archivbild)
© Keystone/EFE / EPA FILES/ANDRES CRISTALDO
Die Schweiz hat die Auslieferung des uruguayanischen FIFA-Funktionär Eugenio Figueredo an die USA bewilligt. Der ehemalige Vizepräsident des Südamerikanischen Fussballverbandes und der FIFA war am 27. Mai in Zürich festgenommen worden.

Figueredo wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2015, 2016, 2019 und 2023 von einem uruguayischen Sportvermarktungsunternehmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) am Donnerstag mitteilte.

Beeinflussung des Wettbewerbs

Damit habe er den Wettbewerb massiv beeinflusst und den Markt verfälscht. Ausserdem soll er in den Jahren 2005 und 2006 mit gefälschten medizinischen Gutachten die US-Staatsbürgerschaft erschlichen haben, hiess es weiter. Beide Sachverhalte seien auch in der Schweiz strafbar. Damit seien sämtliche Voraussetzung für eine Auslieferung erfüllt.

Noch nicht rechtskräftig

Der Auslieferungsentscheid ist noch nicht rechtskräftig. Figueredo hat 30 Tage Zeit, um den Entscheid anzufechten. Der Uruguayaner war vor dem FIFA-Kongress in Zürich zusammen mit sechs anderen FIFA-Funktionären festgenommen worden. Er wäre der zweite ehemalige FIFA-Offizielle, der an die USA ausgeliefert werden könnte.

Ein erster Offizieller hatte seiner Auslieferung selber zugestimmt und war Mitte Juli an die USA überstellt worden. Ihnen drohen wegen organisierten Verbrechens, Betrug, Geldwäscherei und Bestechung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wie das US-Justizdepartement anlässlich der Verhaftung mitgeteilt hatte.

Der Auslieferung zugestimmt

Der in der Schweiz inhaftierte FIFA-Entwicklungsmanager Julio Rocha hatte Mitte August seiner Auslieferung an Nicaragua zugestimmt. Erst am Montag hatte die US-amerikanische Justizministerin und Generalbundesanwältin Loretta Lynch die Schweiz besucht und mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber den Fall besprochen. (sda)

 

veröffentlicht: 17. September 2015 15:50
aktualisiert: 17. September 2015 16:47