Olympia

Die Schweizer Skispringer verpassen den Exploit

6. Februar 2022, 14:41 Uhr
Das Skispringen von der Normalschanze endet für die Schweizer Skispringer mit einer Enttäuschung. Als Bester klassiert sich Gregor Deschwanden beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi im 17. Rang.
Killian Peier kommt mit der Olympia-Startnummer nicht auf Weite.
© KEYSTONE/EPA/Grzegorz Momot

An Deschwandens Flügen mit 99,5 m und 99 m gibt es nicht viel auszusetzen. Der Luzerner schnitt in jener Region ab, in der er in der Regel auch im Weltcup klassiert ist. Für ihn wäre es besser gewesen, dass der Wind, der zur Absage der Abfahrt im Ski alpin geführt hat, auch am Abend im Skisprung-Stadion noch für turbulente Verhältnisse gesorgt hätte. Dann wäre eher ein Exploit in Reichweite gewesen. Aber bei nahezu Laborbedingungen gab es kaum Wind-Opfer oder -Profiteure.

«Ich vergab den Wettkampf nicht am Tisch, sondern flog die Sprünge etwas zu wenig aus», meinte Deschwanden. «Aber ich habe von mehr geträumt. Es war nicht schlecht, aber eben auch nicht sehr gut.»

Bei seinen siebenten Olympischen Spielen stiess auch Simon Ammann ein zweites Mal vom Balken ab. Der 40-Jährige belegte Platz 25 (101 m und 97 m). «Mir sind gute Sprünge gelungen. Ich habe mir mit dieser Leistung eigentlich etwas mehr erhofft, aber leider attestierten mir die Juroren keine Telemark-Landung», sagte er. Das mangelhafte Aufsetzen kostete den Toggenburger die Top-20-Platzierung.

Der erste olympische Wettkampf von Killian Peier dagegen endete mit einer Enttäuschung. Der Top-Ten-Springer im Weltcup schied mit enttäuschenden 90,5 m und Platz 37 frühzeitig aus. «Ich habe es nicht geschafft, mit dieser Schanze klar zu kommen», sagte Peier. Auch Dominik Peter als 35. musste im Finaldurchgang zuschauen.

Kobayashi souverän

Der Tourneesieger Kobayashi setzte sich mit Flügen auf 104,5 m und 99,5 m klar durch. Er hielt den Österreicher Manuel Fettner, der mit 36 Jahren seinen grössten Erfolg feierte, und den Polen Dawid Kubacki trotz stärkerem Rückenwind im Finaldurchgang in Schach.

Der Sieg für den 25-jährigen Japaner ging völlig in Ordnung. Endlich gewann er an einem Grossanlass eine Einzelmedaille. Der bereits 26-fache Sieger von Weltcupspringen, zweimalige Triumphator der Vierschanzentournee - einmal sogar per Grand Slam - und Gesamtweltcupsieger entschädigte sich für sein Pech an den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld. Dort hatte er auf der kleinen Schanze nach dem ersten Durchgang geführt. Der einsetzende Schneefall benachteiligte jedoch die Top-Springer wegen der langsamer werdenden Spur. Es gewann dort Kubacki, der nach Umgang 1 nur 27. gewesen war.

Der zweitklassierte Fettner gehörte eigentlich nie zu Österreichs erster Garde. Der Mann aus Innsbruck steckte aber nicht auf und schaffte nun für Peking erst zum zweiten Mal nach Pyeongchang 2018 die Qualifikation für die Olympische Spiele.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. Februar 2022 14:36
aktualisiert: 6. Februar 2022 14:41
Anzeige