Wegen Schneefall

Seit Mitternacht im Einsatz: Adelbodner Pistencrew hat keine Zeit für Party

09.01.2024, 07:54 Uhr
· Online seit 07.01.2024, 06:39 Uhr
Während am Samstagabend für viele Fans Partystimmung angesagt war, ging es für die Pistencrew erst einmal ins Bett. Durch den Schneefall wird die Piste für den Slalom vom Sonntag bereits seit Mitternacht wieder präpariert. Wir haben mit dem stellvertretenden Pistenchef Christian Schranz über seine Arbeit gesprochen.
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BärnToday: Es schneit intensiv. Was bedeutet das für dein Team für die Nacht auf Sonntag?

Christian Schranz: Wir haben die Häufen, die es durch den Riesenslalom gegeben hat, schon ausgerutscht. Um Mitternacht fangen wir an, den Bereich vom Schnee zu befreien, damit wir am Morgen dann parat sind.

Wie viele Stunden kannst du heute ins Bett?

Jetzt gehe ich nach Hause, esse etwas und gehe dann ins Bett. Um Mitternacht bin ich dann wieder hier.

Bis zum Ende des Rennens schläfst du dann gar nicht mehr?

Nein, vermutlich nicht. Dafür dann am Abend wieder.

Hast du danach wenigstens noch ein bisschen frei?

Nein, am Sonntag werden wir dann alles so schnell wie möglich fertig machen und am Montag fangen wir an mit Abräumen. Wenn das Wetter stimmt, muss man einige Sachen runterfliegen, die dann Richtung Wengen gehen. Einiges wird am Montag bereits wieder aufgestellt, damit sie am Dienstag das erste Abfahrtstraining machen können.

Wie bringt man den Schnee jetzt eigentlich wieder von Piste weg?

Der Korridor, wo das Rennen stattfindet, wird mit Skis so gut es geht ausgerutscht. Wo es flach ist, bringt man den Schnee so weniger gut weg. Da wird er mit Schneeschleudern weggebracht. Der Schnee ausserhalb bis zum Netz wird auch mit der Pistenmaschine verteilt. Bei der Kurssetzung sieht man dann, wo die Tore hinkommen, da gibt es dann sicher auch noch etwas zu schaufeln.

Es war noch unklar, ob das Rennen vielleicht durch den Nebel hätte abgesagt worden müssen, obwohl man die ganze Nacht die Strecke geräumt hat. Wie ist das für dich?

Das hätte schon ein bisschen weh getan. Man setzt sich so dafür ein und rutscht den Schnee immer wieder raus. Wir hatten auch Militär und Zivilschutz als Hilfe – die haben einen sehr grossen Einsatz geleistet. Da waren permanent 40 Leute am Berg, die gerutscht sind. Das wäre wirklich sehr schade gewesen.

Wie ist das für dich, wenn unten die Party läuft, und man oben am Hang arbeiten muss?

Das ist gar nicht schwierig für mich. Ich bin lieber oben am Berg als bei der Party. Das sagt mir weniger zu. Ich fühle mich wohl, wenn ich nach Hause kann und meine Ruhe habe.

Was braucht es für den Slalom am Sonntag?

Es braucht einen grossen Einsatz von allen, dann kommt das gut. Beim Tempo im Slalom geht es auch mit der Sicht besser als im Riesenslalom.

veröffentlicht: 7. Januar 2024 06:39
aktualisiert: 9. Januar 2024 07:54
Quelle: BärnToday

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