Belinda Bencic gewinnt dritten WTA-Titel

Laurien Gschwend, 23. Februar 2019, 19:03 Uhr
Zeigte ihr Können in Dubai: St.Gallerin Belinda Bencic.
Zeigte ihr Können in Dubai: St.Gallerin Belinda Bencic.
© Keystone/AP Photo/Kamran Jebreili
Belinda Bencic krönt ihre herausragende Woche in Dubai mit dem Titel. Die 21-jährige St. Gallerin setzt sich im Final gegen Petra Kvitova mit 6:3, 1:6, 6:2 durch.

Nach der Nummer 9 (Aryna Sabalenka), der Nummer 2 (Simona Halep) und der Nummer 6 (Jelina Switolina) war auch die Nummer 4 der Welt der ungesetzten Schweizerin nicht gewachsen. Mit Siegen gegen vier Top-10-Spielerinnen in Serie sicherte sich Bencic ihren dritten Titel auf der WTA-Tour. 2015 hatte sie in Toronto – einem ähnlich exzellent besetzten Event wie jener nun in Dubai – und in Eastbourne gewonnen.

Der Titel in Dubai, wo acht der besten zehn Spielerinnen der WTA-Tour am Start waren, bringt Bencic über 520’000 Dollar Preisgeld ein. In der Weltrangliste wird sie am Montag vom 45. auf den 23. Platz vorstossen und damit so gut klassiert sein wie seit August 2016 nicht mehr. Der Aufstieg der früheren Weltnummer 7 dürfte in den nächsten Wochen weitergehen, wenn sie weiter so stark spielt wie in den letzten Tagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Kvitova macht viele Fehler

Im Final musste sich Bencic zwischenzeitlich dem Druck von Kvitova beugen. Im zweiten Satz spielte die zweifache Wimbledon-Siegerin gross auf, und wenn sie das tut, ist ihr auf der Tour kaum jemand gewachsen. Doch die Schweizerin war die konstantere Spielerin. Sie nutzte die Schwächephasen der 28-jährigen Tschechin aus. Im ersten Satz leistete sich Kvitova zahlreiche Fehler und geriet rasch mit zwei Breaks entscheidend zurück, und im dritten Umgang wurde ihr ein Servicegame (zum 1:2) mit zwei Doppelfehlern zum Verhängnis.

Bencic gelang es in der entscheidenden Phase, Kvitova nicht ins Spiel kommen zu lassen. Mit langen, präzisen Bällen zwang sie die 26-fache WTA-Turniersiegerin, viel Risiko einzugehen. Manchmal könne man nicht viel tun gegen Kvitova, weil sie so schnell spiele, sagte Bencic. «Ich habe versucht, so viele Bälle wie möglich zurückzubringen, um Druck auf sie auszuüben.» Die Taktik ging auf. Kvitova machte immer wieder krasse Fehler, speziell mit der Vorhand, etwa beim letzten Break des Matches zum 5:2. Etwas später nutzte die Aussenseiterin bei eigenem Service ihren zweiten Matchball.

Positiv und kämpferisch

Die Freude über den Finalsieg stand Bencic ins Gesicht geschrieben. Es war ein langer Weg zwischen ihren WTA-Titeln zwei und drei. Nach ihren frühen Erfolgen als Teenager hatte Bencic mit diversen Verletzungen zu kämpfen, vor allem das linke Handgelenk machte ihr bis zur Operation im Frühjahr 2017 zu schaffen. Zwischenzeitlich war sie jenseits der Top 300 klassiert. Schritt für Schritt, unter anderem auch durch Teilnahmen an kleineren ITF-Turnieren, fand sie zu ihrer spielerischen Klasse zurück, die sie nun in Dubai eindrücklich unter Beweis stellte.

Neben den spielerischen und physischen Qualitäten zeigte Bencic auch eine durchgehend positive Einstellung und Kampfgeist, der ihr half, gegen Sabalenka sechs Matchbälle abzuwehren und auch gegen Halep und Switolina einige heikle Momente zu überstehen. Gegen Kvitova verlor sie nicht die Nerven, obwohl sie im zweiten Satz chancenlos war. Bencic hat sich international auf allerhöchstem Niveau zurückgemeldet.

Es wird aller Voraussicht nach weiter aufwärts gehen. Nur ein einziger Sinkflug droht: Mit ihrem Team – Vater und Trainer Ivan Bencic sowie Freund und Fitnesscoach Martin Hromkovic – hat sie vereinbart, einen allfälligen WTA-Titel mit Skydiving zu feiern. Der Reaktion der beiden Männer nach zu urteilen, ist es der einzige Fleck einer makellosen Woche in Dubai.

Laurien Gschwend
Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. Februar 2019 17:53
aktualisiert: 23. Februar 2019 19:03