Henri Laaksonen blickt auf schwierige Monate zurück

24. Oktober 2018, 07:45 Uhr
Henri Laaksonen brillierte im Startspiel in Basel
Henri Laaksonen brillierte im Startspiel in Basel
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Henri Laaksonen kämpft sich seit zehn Jahren durch die Mühlen der unterklassigen Turniere, reist mit dem Auto durch Europa oder fliegt um die Welt. Sein erster Sieg in Basel ist ein Segen.

Leicht hat es Henri Laaksonen ohnehin nicht. Die letzten Monate waren für die Schweizer Nummer 3 hinter Roger Federer und Stan Wawrinka aber besonders zehrend. Körperliche Probleme und finanzielle Engpässe warfen den Schaffhauser mit finnischen Wurzeln zurück, sportlich und finanziell. «Der Juni und der Juli waren sehr hart», gestand Laaksonen am Tag nach seinem Exploit in der 1. Runde gegen Marco Cecchinato.

Laaksonen bezwang den als Nummer 6 gesetzten Italiener am späten Montagabend diskussionslos in zwei Sätzen. Das 6:4, 6:2 gegen die Weltnummer 21 war nicht nur sein erster Sieg in Basel inklusive Qualifikation, sondern auch sein bisher bedeutendster. Und einer mit höchst willkommenen Nebeneffekten: Die mindestens 45 Punkte, die er in Basel holen wird, stoppen die Abwärtstendenz in der Weltrangliste, die Ende der letzten Saison einsetzte. Dazu bringt der Sieg gegen Cecchinato knapp 32'000 Franken ein.

Die Punkte und das Geld kann Laaksonen gut brauchen. Verläuft eine Saison harzig wie die aktuelle, wird es eng. 81 Plätze büsste der 26-Jährige in den letzten zwölf Monaten in der Weltrangliste ein, aktuell steht er auf Position 175. Um sich einen Coach leisten zu können, müsste er in die Top 100 zurückkehren.

Seine Lage ist ernst. In den zehn Monaten des Jahres verzeichnete Laaksonen ein Minus im mittleren fünfstelligen Franken-Bereich. «Über eine längere Zeitspanne geht das nicht», sagt er selbst. Die Situation führte unter anderem dazu, dass er sich von seinen finnischen (Teilzeit-)Trainern trennen musste und er wieder ohne festen Wohnsitz ist. Um weiter Trainingspartner zu haben, spielt er an den Turnieren auch wieder im Doppel mit. An die Turniere in Europa reist er nun wieder alleine, wie gehabt mit dem Auto.

Es passt zum stillen, zurückhaltenden Naturell, dass Laaksonen erst nach dem süssen Erfolg, und erst als er direkt danach gefragt wurde, über seine Probleme in den letzten Monaten sprach. Schmerzen am ganzen Körper habe er gehabt, offenbarte der 26-Jährige. Oft musste er vor allem in den ersten sechs Monaten auch nach kurzen Einheiten an Folgetagen aufs Training verzichten. Die Ursache für die Beschwerden kennt Laaksonen nach wie vor nicht, es könnte sich aber um eine Allergie handeln. Eine Umstellung in der Ernährung brachte zuletzt die benötigte physische Besserung.

Seit er auf Fischprodukte verzichtet, geht es ihm besser. Das heisst: Es ist wieder Licht am Ende des Tunnels. Mit einem zweiten Exploit am Mittwochabend gegen Taylor Fritz, das 20-jährige Talent aus San Diego, würde sich auch Laaksonens finanzielle Situation noch einmal signifikant verbessern.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 24. Oktober 2018 07:22
aktualisiert: 24. Oktober 2018 07:45